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Toff, die Superschlampe ..... seit Sommer 2008 war ich Mitglied der SUPERTRAMP-Tribute-Band DREAMER. Unsere Abenteuer ON THE ROAD konntet ihr hier mitverfolgen

DREAMER-KONZERT-VORSCHAU


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! ! ! D R E A M E R ab Mai 2018 in neuer Besetzung ! ! !
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Fr, 11.05.2018 - Siegburg (Nordrhein-Westfalen) Kubana
Sa, 28.07.2018 - Dortmund (Nordrhein-Westfalen) Piano
Sa, 11.08.2018 - Wetzlar (Hessen) Franzis

Alle weiteren Infos in Zukunft hier: www.dreamer-supertramp.de


Helliwell, Hodgson und Toff (Harmonie Bonn, 31.01.15, Foto: Alex)

DANIEL-BLOG - So, 11.03.2018

In meinem letzten DREAMER-ToffBlog vom Herbst 2017 hatte ich angekündigt, meine letzte DREAMER-Saison zu spielen.
Über den Jahreswechsel kam es zu weiteren tektonischen Verschiebungen im DREAMER-Gefüge. Mittlerweile haben sich die Fronten geklärt: die alte Besetzung gibt im April ihre finalen Konzerte.
Hier sind Daniels bewegende Worte:


Meine lieben Freunde,
"DREAMER" ist im Umbruch und einige von uns werden sich in nächster Zeit aus der Band verabschieden.
Michael Münster wird am 14. April in Bensheim sein letztes "DREAMER"-Konzert geben und Chris Toff Brill und ich werden am 27. April in der "Bel Étage" in Saarbrücken zum letzten mal SUPERTRAMP musikalisch abfeiern.
Die Band wird ab Mai mit neuen Leuten weitermachen.
Ich persönlich hatte zehn unglaublich intensive, mitreißende, abenteuerliche und wahnsinnig tolle Jahre mit "DREAMER", aber man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist und die vielen Reisen durch die Republik machen mir in Verbindung mit meiner Arbeit, meiner Familie und meinen anderen Hobbies zunehmend zu schaffen, außerdem brauche ich es auch von Zeit zu Zeit aus meiner Comfortzone rauszukommen und mich auf neue Abenteuer einzulassen, Visionen sind noch unzählige vorhanden.
Ich möchte nicht eine einzige Sekunde mit meinen Freunden missen, wünsche allen Dreamern und baldigen Ex-Dreamern von Herzen alles Gute und freue mich auch drauf, mir das Ganze mal von unten anzugucken.
Also, ich würde mich sehr freuen, wenn viele von Euch zu den Konzerten in Bensheim und Saarbrücken kämen, um sich von dem ein oder anderen von uns zu verabschieden und es noch einmal mit uns krachen zu lassen!

Mit gemischten Gefühlen :-)
Euer Daniel

Veröffentlicht auf Facebook, 11. März um 19:06


TOFFBLOG - Sa, 14.04.2018

Bensheim (Hessen) Musiktheater REX
Das zehnte DREAMER-Jahr wird mein letztes sein. So habe ich es vergangenen Oktober im Kreise meiner Bandkollegen verkündet. Ein paar Wimpernschläge später gab dann auch Daniel seinen Ausstieg bekannt. Unsere Gründe sind ähnlicher Natur: die langen Fahrten quer durch die Republik. Der Zeit-, Organisations- und Kräfte-Aufwand, der all die Jahre nach mehreren bandinternen Herzattacken und Halbkatastrophen nie nachgelassen, eher noch gewachsen ist. Die fehlenden (wenn auch nie verlorenen) Wochenenden. Die überhasteten Aufbrüche vom Samstagmorgen-Frühstückstisch, um den Tourbus abzuholen und am Proberaum zu be- und tief in der Nacht wieder zu entladen. Das zunehmende Ungleichgewicht zwischen Spaß und Strapazen in Tateinheit mit einem sporadisch auftauchenden schwarzen Loch der Unzuverlässigkeiten, dessen Gravitation jede Lässigkeit verschlungen hat – es steht alles hier in den ToffBlogs geschrieben, manchmal zwischen den Zeilen. Neue musikalische Herausforderungen (SAVOY TRUFFLE, DISCO INFERNO) haben mir und Daniel die Entscheidung erleichtert.

Zum Jahreswechsel sieht es so aus, als wären DREAMER 2018 auf Abschiedstournee. Ich denke, das war insbesondere Michael Münsters Anliegen: das langjährige, von ihm mitgegründete Tribute-Projekt in Würde sterben zu lassen. Und vielleicht wäre das auch die beste aller Lösungen gewesen.
Doch wo ein Hü ist, ist auch ein Hott - und in gleichem Maße muß man auch die Entscheidung der verbliebenen Bandkollegen respektieren, mit neuen Musikern weitermachen zu wollen. Wie dieser Übergang von DREAMER 1.0 in die Version 2.0 verläuft, ähnelt indessen einer Tragikomödie über grandios gescheiterte Kommunikation.
So kommuniziert Michael, daß er für das Einarbeiten von neuen Musikern nicht zur Verfügung steht. Was vom Rest so verstanden wird, daß er für das Einarbeiten von neuen Musikern nicht zur Verfügung steht. Rainer reaktiviert alte Seilschaften und findet in Stefan Engelmann (Bass) und Tom Lehmann (Voc, Keys) zwei kompetente Nachfolger für drei vakante Stellen - rein mathematisch betrachtet eine Ungleichung, die auf einen Schlag neben der Toff-Variablen und dem Daniel-Part nun auch die Münster-Position obsolet macht.
Daß das nicht im eigentlichen Sinne des Erfinders ist, versteht sich nicht von selbst - dazu ist der eigentliche Sinn des Erfinders auch nach zähen Wortgefechten nicht vollständig zu ergründen. MM ist in seiner Argumentationshölle gefangen, wir müssen leider draußen bleiben. Und so wird dieser Besetzungswechsel eine umstrittene, nicht ganz alternativlose Operation bleiben, die das Weiterleben des Patienten DREAMER ermöglicht. Und - wer weiß - vielleicht ist dies ja die beste aller Lösungen.
Auf größtmöglichen Unmut folgt der kleinstmögliche Konsens: in Bensheim gibt MM seinen Abschied; in der Bel Étage werden Daniel und Toff folgen. In Siegburg stehen DREAMER 2.0 am Start - und das alles im 14-Tage-Takt. Alles neu macht der Mai, macht die Seele frisch und frei.


So kommt es, daß DREAMER im Musiktheater REX zum letzten Mal in der alten Besetzung auftreten. Ein Umstand, den niemand im Publikum zu spüren bekommt (außer Nici), denn es läuft wieder so rund wie früher. Nach der Winterpause geht die Band besonders konzentriert und vorbereitet zur Sache (es wurde geprobt! Sogar mehrmals!!). Der Autor dieser Zeilen, seit dem 5. DREAMER-Gig im Jahre 2008 mit dabei, feiert in Bensheim mit seinem 90. Konzert als "Superschlampe" ein kleines Jubiläum, kurz vor seinem Ausstand. Und es gibt noch etwas zu feiern (auch wenn keinem danach zumute ist): Michi Zöller sitzt nach 8 Monaten wieder an der Schießbude und hat nach seiner Reha zu alter Form zurückgefunden. Dafür fällt Blechi krankheitsbedingt für den gesamten April aus. Wir wünschen baldige Genesung - und ich wünsche mir, dem Schallwellendompteur irgendwann nochmal soundtechnisch begegnen zu dürfen. Wolfgang, der Haustechniker des REX, übernimmt bei unserem dritten Gastspiel den Job am Mischpult und läßt uns zu keiner Sekunde im Regen stehen. Der setzt erst später in der Nacht ein.

Immer wenn Reiner für ein Sax-Solo nach vorne kommt, geht ein spürbares Raunen durch das Publikum – was ist das doch für ein toller Musiker, eine echte Bank. Genau wie Stefan, der Fels, auf den diese Kirche gebaut ist. Zwischendurch streut er noch ungefragt das Intro von "Babaji" ein (einem jener Supertramp-Titel, die wir nie im Programm hatten), ein bißchen Anarchie muß sein. Daniel spielt wie immer den charismatischen Frontmann mit ungebremster Singfreude. Nein, er spielt es nicht, er ist es. Welch ein Verlust wird das für diese Band sein. Didier und Rainer agieren heute etwas zurückhaltender als sonst, die besonderen Umstände machen ihnen spürbar zu schaffen. Ich gebe zu, mir geht es ähnlich. Michael Münster spielt ein furioses Konzert, zieht noch einmal alle Register seines manisch-genialischen Könnens und macht in seiner Schlussrede vor der letzten Zugabe (sinnigerweise "Don’t leave me now" vom letzten gemeinsamen Album "Famous last words") erwartungsgemäß aus seinem Herzen keine Mördergrube.

Zum allerletzten Mal - und es ist ein Running Gag in der Dreamer-Historie, sich davor zu drücken - wuchte ich mit MM das diabolisch schwere Clavinova-Flightcase von der Bühne und nehme ihm das Versprechen ab, daß wir das nie wieder zusammen tun werden.
Nach einer nicht für alle erquicklichen Verabschiedung entschwinden die Münsters in ihrem mit vier Ex-Dreamer-Keyboards beladenen Pkw in die rabenschwarze hessische Nacht. Lieber Michael, in Abwandlung eines alten Kunze-Songs möchte ich dir nachrufen: Pflanze einen Baum in deine Wut - irgendwann ist alles wieder gut!
Nachts um drei betanke ich in Völklingen den Tourbus. Ein letztes Mal das prickelnde Spiel: reicht das Spritgeld? MM gab mir 50 Euro mit auf den Weg, die Tankuhr bleibt bei 49,11 stehen. Der Regen wird etwas stärker, als ich den Sprinter zurück nach Püttlingen bringe, wo meine Giulietta auf mich wartet. Wie um mich zu verhöhnen, läuft im Radio "It’s raining again" von einer Band namens Supertramp. Mit leisem Erstaunen stelle ich fest: ich fühle mich gut dabei.


DREAMER - die Bühne ist angerichtet (Musiktheater REX, Bensheim - Foto: Toff)

DREAMER 1.0 (bis 14. April 2018)

Daniel Bauer - Vocals (Rick Davies)
Rainer A. Laufer - Vocals (Roger Hodgson)
Stefan Lauer - Keyboards
Michael "MM" Münster - Keyboards, Melodica
Reiner Kuttenberger - Sax, Clarinet, Harp, Percussion
Didier Quint - Guitars, Backing Voc.
Chris "Toff" Brill - Bass, Backing Voc.
Michael Zöller - Drums
... und Joachim "Blechi" Blechschmidt - Technik


TOFFBLOG - Fr, 27.04.2018

Saarbrücken (Saarland) Bel Etage
Eigentlich sind meine Blogs eine Erzählung ohne Anfang und ohne Ende.
Die Geschichte dieser Band hat ohne mich begonnen – und nun geht sie ohne mich weiter. Dazwischen liegen die zehn intensivsten Jahre meines Musikerlebens, eine Zeit, die ich niemals missen möchte. Auch und gerade weil nicht alles Gold war. Ich bin aber auch eher der Silbertyp.
Es ist zehn Sommer her, seit ich mich so intensiv mit der Musik von SUPERTRAMP befasst, mich regelrecht in sie verkrallt (und verknallt) und das komplette Programm rauf und runter geübt habe. Mein Vorgänger Stefan Debus hatte nach 4 Gigs die Band verlassen. Bis alle Songs in meinem Rückenmark angelangt waren, sollte es noch Monate dauern, weit über meinen bemerkenswerten allerersten DREAMER-Gig hinaus, als wir im Sommer 2008 den Support für FISH in der St. Ingberter Stadthalle gaben. Heute abend spiele ich mein offiziell letztes Konzert mit den Superschlampen - und es wird mir vermutlich auf Jahre hinaus nicht gelingen, diese Songs mental wieder abzuschütteln.

DREAMER - Bel Etage 27.04.2018 (Foto: Axel Klaus)

Es wird ein stimmungsvoller, harmonischer Abschied, wie man es sich kaum schöner vorstellen kann: die Bel Etage ist proppenvoll und nahezu ausverkauft; viele Fans und langjährige Wegbegleiter sind gekommen, um das Finale mit Daniel und Toff und den Einstand von Tom Lehmann zu feiern. Den weitesten Weg haben mal wieder Tina und Dieter aus dem Münsterland zurückgelegt, die mich mit ihrem mittlerweile 30. Konzertbesuch überraschen. Diesen Abend wollen sie sich nicht entgehen lassen.
Ein Bel Etage-Event beginnt stets mit der Ansage von Herrn Bruch, der über die Jahre zum DREAMER-Fan geworden ist, woraus er keinen Hehl macht. Und so deutet er in seiner Laudatio bereits an, daß es Veränderungen geben und die Band zum letzten Mal in dieser Besetzung spielen wird.
Nein, ich werde heute abend nicht in einem Meer aus Tränen ertrinken. Mein Gefühlscocktail ist ein Mix aus 90 % Erleichterung und 10 % Melancholie, vielleicht auch 80/20, plus ein geschüttelt Maß Entschlossenheit, noch einmal alles zu geben.
Das erste Set ist schlichtweg der Hammer – dicht und konzentriert, intensiv und fehlerfrei manövrieren wir uns durch die ersten 70 Minuten; jeder auf der Bühne und davor weiß, was für ein schweres Erbe wir heute abend zu schultern haben, und so ist es eine Freude mitzuerleben, wie sich Tom Lehmann an seiner Keyboard-Burg spielerisch ins DREAMER-Getriebe einfügt. Mit CANNONBALL bekommt Tom auch seinen ersten Solopart am Mikrofon. Ich würde sagen: eine Eins mit Sternchen!

Im zweiten Set gehen wir hie und da ein wenig auf Schlingerkurs – es beinhaltet aber auch die schwierigeren Songs, und dieses Publikum verzeiht heute eh alles (auch wenn nur Kenner und Nerds das Schlingern als solches erkennen). Sporadisch gehen mir solche Dinge durch den Kopf wie: jetzt habe ich zum letzten Mal bei GIVE A LITTLE BIT diese sauhohe zweite Stimme gesungen / zum letzten Mal bei HIDE IN YOUR SHELL die Hand-Cymbals auf die Zwei im Wechsel mit Reiners Triangel geschlagen / zum finalen Gitarre-Bass-Duell mit Didi in BLOODY WELL RIGHT angesetzt … und jeden Ton zum irgendwie letzten Mal gespielt. Um verwundert festzustellen, wie schnell das alles vorüber geht.
Mein Abschiedsgeschenk - für Daniel, für die Band, für unsere Fans - ist ein Duett mit Ukulele, die ich mir extra für diesen Anlaß geschnitzt habe hätt ich jetzt beinah geschrieben. Ich habe DOWNSTREAM einstudiert und spiele es mit Daniel als erste Zugabe - nur wir beide im Scheinwerferlicht. Das Publikum ist mucksmäuschenstill und schlichtweg verzückt – ein tränendrüsendrückender Moment, den wir beide in vollen Zügen und Arm in Arm genießen.

So down here on the ocean we will stay
Went through a lot of changes
Turned a lot of pages …

Die Band kommt für zwei weitere Zugaben zurück auf die Bühne, wir feiern noch einmal BREAKFAST IN AMERICA und DON'T LEAVE ME NOW ab. Bei der tosend beklatschten finalen Verbeugung kippt mein Gefühlscocktail kurz um ins Verhältnis 50/50, doch schon beim anschließenden Bad in der Menge sagt das Engelchen auf meiner Schulter: Alles richtig gemacht, Basstardo!
Ein bißchen Wehmut kommt dann doch noch auf, als ich mich von Didier verabschiede. Fast 20 Jahre lang haben wir ununterbrochen zusammen Musik gemacht und den unverdienten Niedergang von CINEMA mit dem verdienten Aufstieg von DREAMER kompensiert. Meistens waren wir einer Meinung, und immer hatten wir eine Menge Spaß miteinander, auch wenn nicht immer alles zum Lachen war. Ich wünsche ihm, daß es mit DREAMER erfolgreich weitergeht. Dazu passen diese wundervollen Textzeilen aus IF EVERYONE WAS LISTENING:

There would be a chance that we could save the show
Who'll be the last clown
To bring the house down?
Oh no, please no - don't let the curtain fall

Und so sehen wir betroffen - den Vorhang und die Zukunft offen.
Während ich alleine durch die Prärie in den Sonnenuntergang reite, läuft ein Film vor meinem geistigen Auge ab. Es ist der Moment, als Daniel sich gegen Ende des Konzertes an das Publikum wendet und resümiert: In zehn gemeinsamen Jahren hätten wir in 95 Konzerten vor insgesamt mehr als 30.000 Zuschauern gespielt und dafür rund 20.000 km - eine halbe äquatoriale Erdumrundung - zurückgelegt. Nur die magische "100" würde er nicht mehr miterleben.
Worauf Rainer kontert: wenn DREAMER die "100" absolvierten, sei Daniel ein Teil davon. DREAMER – das seien auch Stefan Debus, Thomas Lay und Michael Münster. Und auch wenn wir nicht mehr offiziell dabei sind – Daniel Bauer und Chris Toff Brill sind ebenfalls DREAMER. Und werden es immer bleiben.




DREAMER 2.0 (ab Mai 2018)

Rainer A. Laufer - Vocals (Roger Hodgson)
Tom Lehmann - Keyboards, Melodica, Vocals (Rick Davies)
Stefan Lauer - Keyboards
Reiner Kuttenberger - Sax, Clarinet, Harp, Percussion
Didier Quint - Guitars, Backing Voc.
Stefan Engelmann - Bass
Michael Zöller - Drums
... und Joachim "Blechi" Blechschmidt - Technik

Ich wünsche der neuen Besetzung alles erdenklich Gute, viel Erfolg, starke Nerven, fette Gagen, stressfreie Touren und ungetrübte Spielfreude. Machts gut, Jungs!


Die gesammelten TOFFBLOGS aus 10 Jahren DREAMER-Geschichte sollen - auf vielfachen Wunsch hin - als gebundene Buchausgabe erscheinen. Der Autor meldet sich, wenn es soweit ist ;-)




Die jüngere Vergangenheit:


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