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TOFFBLOG - Fr, 04.12.2009

Miltenberg (Bayern) - Beavers
Es sollte unsere Jahresabschlussfete werden, und wir machten das beste draus - im Rahmen der Möglichkeiten. Auch der zweite Odenwald-Trip ins schöne Miltenberg blieb hinter den Erwartungen zurück: nur etwas mehr als 50 zahlende Gäste fanden den Weg in die aparte Musikkneipe Beavers, aber sie bekamen eine optische und akustische Breitseite, nahezu das komplette DREAMER-Programm, serviert. Erst nach der x-ten Zugabe nach halb eins in der Nacht war Schluss - und unsere Batterien restlos leer. Während das Publikum wunderbar mitmachte, lief auf der Bühne ein munteres Böckeschiessen. Ganz ehrlich: Freitag-Gigs sind nicht mein Ding, nach 8 Stunden Büro und 2 Stunden Fahrt im Gemüt. Und damit stand ich nicht alleine da. Didier spielte, als käme er direkt von einer Beerdigung. Was wohl daran lag, daß er direkt von einer Beerdigung kam. Das war das Gegenteil von witzig. Ein Profi hätte womöglich den Gig gecancelt. Wir sind Amateure.
Wir spielten.
(Fotos: HD Belker, Bearbeitung: Toff)

TOFFBLOG - Sa, 07.11.2009

Konstanz (Bodensee) - 1. Konstanzer Kult-Kneipennacht
Der Bodensee - unendliche Weiten. Mit ihrer neun Mann starken Besatzung dringen DREAMER in Welten vor, die noch nie zuvor eine Superschlampe gesehen hat
+++ 11:30 Treffpunkt Proberaum, Raumschiff wird beladen +++ 16:00 Nach knapp 400 km Eintritt in Bodensee-Umlaufbahn +++ 17:00 Einchecken im Centro-Hotel, das zum großen Teil mit Rockmusikern belegt ist - Konstanz ist heute abend der Nabel der Musikwelt +++ 18:00 "Bühnen"aufbau im Café Turm am Schnetztor am Rande der pittoresken Konstanzer Altstadt; für die "Bühne" werden zwei Esstische entfernt, die Knieboarder und unser "Schläger" Michi sitzen beim Konzert auf der Eckbank +++ 19:30 Die vom Veranstalter gestellte P.A. ist vom Feinsten, "Scotty" Blechi ist hardwaremäßig im 7. Himmel; schon beim Soundcheck applaudiert das (noch) spärliche Publikum +++ 20:15 Auch Daniel ist im 7. Himmel: das Essen im Café im Turm macht unserem "Captain Schnitzel" alle Ehre +++ 21:00 Bei der "1. Konstanzer Kult-Kneipennacht der Stars" tingelt das Publikum von Kneipe zu Kneipe, von Metallica über Robbie Williams zu Pink Floyd, Elvis, den Red Hot Chili Peppers, Led Zeppelin und Supertramp; 17 Tribute-Bands geben sich in dieser Nacht die Ehre; um Punkt neun starten DREAMER ihr dreiteiliges Mammutprogramm +++ 21:15 Das Café im Turm ist berstend voll, die Leute tanzen begeistert Daniel und Rainer auf der Nase herum; während der 3 DREAMER-Sets wechselt das Publikum ständig, aber ohne merkliche Begeisterungsdefizite, was die Bääänd durch geballte Spielfreude zurückgibt +++ 00:30 Der längste DREAMER-Gig aller Zeiten ist nach 3 Zugaben zu Ende, aber noch nicht vorüber +++ 00:45 Wirtin Margit erbettelt sich hingebungsvoll mit "Give a little bit" eine weitere Zugabe, mit letzter Kraft folgen mit "Cannonball", "Logical Song", "From Now On" und "Dreamer" vier zusätzliche "Rauswerfer", die die gegenteilige Wirkung haben. Keiner geht +++ 01:15 Die Bääänd bricht zusammen +++ 03:00 Im Hotelzimmer badet unser 1. Offizier MM nackt in der Gage. Rock'n'Roll. +++ 10:00 Heimreise. Beam Me Up, Scotty. Logbucheintrag: nach den jüngsten suboptimal besuchten Gigs war die Konstanzer Kult-Kneipennacht eine echte Offenbarung und bekehrt auch die größten Skeptiker innerhalb der Bäänd, was dieser ganze Quatsch solle, dieses ewig-weit-weg-Kneipen-Tingeln. Zumindest bis zum nächsten Gig. +++ 14:30 Destination Teufelsinsel, Ladung gelöscht, Durst auch, die Laphroaig-Flasche ist halb leer +++ 15:00 Home sweet home...

TOFFBLOG - Fr, 30.10.2009

Kaiserslautern, Irish House (mit Roxanne)
13 zahlende Zuschauer. Punkt. Jedes weitere Wort wäre Verschwendung.
...
Da ich staatlich anerkannter Wortverschwender bin, hier noch folgendes Szenario - so geschehen Freitag nachmittag, 3 Stunden vor Konzertbeginn bei Ankunft im Irish House. Bedienung: "Wer seid ihr?" - Daniel: (...?!?...) "Wir sind die Bäänd..."
Filmreif, gell? Das Team des Irish House hielt es weder für nötig, Werbung zu machen, noch die Zeitungen zu informieren geschweige denn unsere Plakate aufzuhängen. Auf ihrer Website stand nichts von einer Supertramp-Tribute-Band. Und dann auf Eintritt spielen, fast unter Ausschluß der Öffentlichkeit, im Nebenraum. Im zugegeben sehr schönen Nebenraum, zweigeschossig mit Galerie, denkmalgeschützt. Was hätte das für ein musikalisches Fest werden können! Doch drauf geschissen - ROXANNE und DREAMER sprühten bei ihren nachfolgenden Performances nur so vor Esprit und Spielfreude! Eine (schlecht bezahlte) Probe mit Freibier, immerhin. Ihr habt was verpasst, ihr Lauterer - wenn ihr davon gewußt hättet...

Happy Halloween... Daniel (links) und ein unbekannter Fan (Irish House, 31.10.09, 00:50)

TOFFBLOG - Fr, 04.09.09

Wustock-Festival (Wustweiler) - Benefizkonzert für mukoviszidosekranke Kinder
„23:00 Stagetime“ … als ich das erfuhr, war mir sofort klar: es wird eine sehr sehr lange Nacht! Doch zunächst wurden wir dank „RüJupp“ (Rüdiger Ullrich und Stefan Biehl) zum zweiten Mal in diesem Jahr zu warmherzigen Samaritern: das preisgekrönte WUSTOCK-Festival, „das besondere Musik-Festival im Illtal“, hat sich seit über einem Jahrzehnt als Benefiz-Veranstaltung etabliert und seinen Independent-Charme weitgehend erhalten: eine Buden- und Zeltstadt im (frostigen) Freien als Pendant zur Konzertbühne in der anliegenden Illtalhalle. Warum sich jedoch das Programm am Eröffnungstag bei nur drei Bands um pralle anderthalb Stunden verzögerte und – nachdem ROXANNE den Saal mal wieder zum Kochen gebracht hatten – die Superschlampen nach superkurzer Umbaupause erst um 00:30 (!) in der Nacht aus ihrem Käfig auf die Bühne durften, bleibt das Geheimnis der Organisatoren. Wie ich es hasse, immer Recht zu behalten… ;-)
Und doch boten wir dem tapfer verbliebenen Rest der zur Coda um 02:20 Uhr nachts noch kaum zu einem Viertel gefüllten Halle auf üppiger Bühne mit noch üppigerem Nebelmaschinennebel eines unserer drittbesten Konzerte. Wir hätten uns bestimmt völlig verausgabt, wenn wir nicht am folgenden Abend ins Schwimmbad gemusst hätten …

TOFFBLOG - Sa, 05.09.09

Heidelberg, Schwimmbad-Club (Ü30-Party)
Eine der angesagten Locations im pittoresken Heidelberg, ein Schwimmbad, in dem du nicht baden gehst: Club-Bühne, Grufti- und Neon-Disco, Penthouse-Lounge, verteilt auf 4 Etagen, brechend voll mit viel mehr als Ü30ern, nur im Liveclub ist gegen halb elf noch ziemlich tote Hose. Ein echtes Auswärtsspiel eben. Aber wir sind eine Turniermannschaft, erkämpfen uns die Gunst der Heidelberger von Akkord zu Akkord. Gegen Ende des ersten Sets gehen wir in Führung, der zweite Set wird endlich zum Heimspiel, die Zuschauer im mittlerweile gut gefüllten „Saal“ (vergleichbar mit dem Saarbrücker Canossa) gehen begeistert mit und treiben uns auf der Sauna-engen und -heißen Bühne zusätzlich an.
Im Publikum feiert Juttas Bruder seinen Geburtstag, in der Zugabe feiert das Publikum uns.
Die Garderobe ist ein Schrei: der riesige Spiegel über und über mit Aufklebern unserer Vorgänger verklebt, der Kühlschrank über und über befüllt mit Säften, Wassern, Gerstenkaltschalen, der technische Support pragmatisch und unkompliziert, danke dafür.
Aruna schreibt ins Dreamer-Gästebuch: „Euer Auftritt in HD - GENIAL! Bitte wieder kommen!“ - Gerne, sehr gerne ... vielleicht auch mal bei adäquater Gage…
www.schwimmbad-club.de

ToffBlog - Sa, 18.07.09

Kulturbahnhof Püttlingen - Open Air, "Sommerfahrplan"
Der gütige Wettergott, das wunderschöne Ambiente am Bahnhof Püttlingen, die Bühne auf dem Original-Bahnsteig, das phantastische und begeisterungsfähige Publikum, der ausgewogene Sound, das nahezu perfekte Programm und die unbändige Spielfreude der Band - das alles macht für mich diesen lange ersehnten Abend zum bis dato besten aller DREAMER-Gigs, zur Mutter aller Konzerte.
Nachdem das angekündigte Regentief kleinkariert vorbeigezogen ist, trifft man sich zum entspannten Bühnenaufbau mit den ebenso entspannten Veranstaltungstechnikern von LTO, rührend umsorgt vom Team des Püttlinger Bahnhofs, was das ganze für mich zusätzlich zum Event mit Heimspielcharakter macht. Es stimmt einfach alles an diesem Konzertabend: vom ruhig-spannenden Intro unseres 2 1/4-stündigen Programms (Tom erhällt bereits Zwischenapplaus auf dem Weg durchs Publikum zum Bahnsteig) über die enthusiastischen Reaktionen der 700 (!!!) Zuschauer (die nach der letzten Zugabe den geschlossenen Applaus unserer Band zurückbekommen) bis hin zum Lob der Geschäftsführerin Heike Kolling-Krumm, das Zusammenspiel der Band und insbesondere der beiden Frontmänner sei hochprofessionell gewesen. Ich persönlich habe schon einige Konzerte am Bahnhof Püttlingen erlebt - aber keine solche Begeisterung! Na dann auf ein Wiedersehen im Sommer 2010!

-> Resümée Sommerfahrplan Bahnhof Püttlingen (mit kräftiger Erwähnung von DREAMER und TOFF)

Ein Jahr bei den Superschlampen

ToffBlog - Fr, 03.07.09

Ingobertusfest, St. Ingbert - Hauptbühne vor der Engelbertskirche
Viele Veranstalter von Stadtfesten scheuen sich, reine Tribute-Bands für ihre Hauptbühnen zu engagieren und setzen lieber auf Nummer Elliot. Daß sie dabei ihr eigenes Publikum fahrlässig unterschätzen, bewies unser Konzert am Freitagabend eindrucksvoll: der Durchgangsverkehr in der dicht bevölkerten Fußgängerzone der Kaiserstraße kam an der Bühne vor der Engelbertskirche stellenweise völlig zum erlahmen! Und die Begeisterung der St. Ingberter Stadtfest-Besucher gaben wir zu 100 % von der Bühne zurück – ein perfektes "Feedback" bei perfektem Sound, zu akrobatischen Einlagen stimulierender Bühnengröße und effektiver Video-Show (inkl. Blechis neuem Dreamer-Morphing im „Abspann“) - nicht zu vergessen: das Geburtstagsständchen für unseren Pustefix-Tom!
Nach der Ansage der kurventechnisch okayen Radio-Salü-Moderatorin gg. 22:40 lief alles wie am Schnürchen - vom selbstbewusst-ruhigen Piano-Intro über die ehrfurchtgebietende FOOL’S OVERTURE bis zur letzten Zugabe CHILD OF VISION, mit der wir das Zeitlimit “01:00 Uhr“ um schlappe 17 Minuten überzogen – denn das Stadtfest-Publikum, dem man ja von Veranstalterseite her keine reine Tribute-Band zumuten kann, war irgendwie immer noch da! All das ließ uns fast vergessen, dass wir viel lieber auf dem intimeren Max-Platz gespielt hätten - wie im Jahr zuvor, als ich noch keine Superschlampe, sondern „nur“ Zuschauer war.

P.S. Vielen Dank an den St. Ingberter ROCKFÖRDERVEREIN, der uns vorm Verdursten rettete ;-)

Fête de la Musique in Rémelfing

ToffBlog - So, 21.06.09

Fête de la Musique in Rémelfing (Frankreich)
Die Fête de la Musique findet alljährlich am Tag der Sommersonnenwende in ganz Frankreich statt. Ein schöner Brauch, und DREAMER lassen sich nicht lumpen, auf dieser Open-Air-Benefizveranstaltung im grenznahen Sarreguemines als Hauptact aufzutreten. Was sich als keine gute Idee erweist, leider: das Wetter am sog. "Sommer"anfang ist schlichtweg verheerend, ein Wolkenbruch am frühen Nachmittag zerreisst Zeitplan und Zuschauermenge, mehrere Stromausfälle und schier endlose Umbauarbeiten verzögern den Beginn unseres Auftrittes bis kurz vor 23 Uhr (als eigentlich schon Schluß sein sollte). Der spärliche Rest des überaus freundlichen deutsch-französischen Publikums verharrt wacker in ungemütlich feuchter Kälte, während wir auf der Bühne gegen angefrorene Extremitäten, Konzentrationsschwächen, Midi-Steuerungsprobleme, mangelnde Bewegungsfreiheit und andere körperliche Unzulänglichkeiten ankämpfen. Daniel ist der wahre Gott der Mittsommernacht: ein paar Stunden zuvor knickt er bei einem Sturz um, absolviert unter Schmerzen und mit Krücken den Gig (inkl. französischer Ansagen!) und erhält montags im Krankenhaus die Diagnose Bänderabriß. Heldenhaft!

Gasthof Obermindeltal - Willofser Veteranentreffen (1. Mai 2009)

ToffBlog - Do, 30.04.09

Festival in Obergünzburg / Allgäu - Willofser Veteranentreffen 2009
Willofs – ein 200-Seelen-Dorf im Kemptener Alpenvorland. Der Gasthof Obermindeltal war der Legende nach schon in den 70er Jahren ein Kifferparadies und ist seit geraumer Zeit der Nukleus des alljährlichen dreitägigen „Veteranentreffens“. Eine Zeltstadt im Grünen mit 2 Bühnen versprüht Hippieflair zwischen Cocktaillounge und Lagerfeuerromantik, und DREAMER sind der Haupt-Act des 1. Festivalabends. Unsere Agentin beweist mit dieser unkonventionellen Buchung ein goldenes Näschen - wir schlagen kurz vor Mitternacht ein wie eine Bombe, und die gewaltige Coda von „Crime of the century“ hinterlässt einen Soundtrichter, von dem in Willofs nachhaltig geredet wird.
Angeheizt wird das am frühen Abend immer noch saukalte Zelt vom schottischen Quartett THE TOI - 4 Jungs aus Glasgow, die schon im Vorprogramm von Bon Jovi gespielt haben und schnell zu unseren newest best friends werden, während im Nachbarzelt THE SOULTRAVELERS aus Österreich im Auftrag des Herrn unterwegs sind, bis die Bühne tief in der Nacht vom Heaviest Metal der Lokalmatadoren NASVAI erschüttert wird. So bunt das Programm, so gemischt das Publikum - auch wenn die Veteranen der ersten Stunde zahlenmäßig gegenüber dem Allgäuer Jungvolk allmählich ausdünnen.
Die Supertramp-Tribute-Show ist heute DREAMER PUR (ohne Videos, ohne Nichten) - und spätestens beim dritten Song haben wir unser Zelt gefüllt und das Allgäu am Schlafittchen. Sound und Spiellaune, Bühnen- und Lightshow gestalten sich prima - manche lassen sich später gar zu „best Dreamer-Gig ever“ -Aussagen hinreissen – und so gibt es im zweistündigen Set nur einen Moment der Krise, als Michael „the Munster“ in seiner berüchtigten Ansage die Düfte der dörflichen Kuhfladen und die süßlichen Rauchschwaden im Zelt in aromatischen Zusammenhang bringt, während ich mit den anderen auf der Bühne verstohlene Blicke wechsle nach einem rettenden Hinterausgang.
Die Nacht wird kurz: wir nächtigen im 2. Stock des Gasthofs Obermindeltal, und die Rock-Diskothek eine Etage tiefer übertönt sogar Daniels monströses Schnarchen (upps … war das jetzt unanständig?!), „Black Betty“ macht „Radar Love“, und die 70er Jahre dröhnen quasi direkt unter meinem Bett bis zum Morgengrauen.
Am 1. Maimorgen, nachdem die Willofser Gemeinde ihren mächtigen Maibaum unter Blasmusikeinsatz aufgestellt hat und die Überreste der Neohippiegemeinde an den Überresten des Lagerfeuers wieder Kräfte sammelt für die folgenden Konzerttage, verlassen wir dieses faszinierende Festival und das pittoreske Allgäu mit seinen süßlichen Düften und fahren im luxuriösen Tourbus zurück Richtung Gegenwart…

Die Nichten der Superschlampen - Maike, Ute & Myriam als DREAMER-Bühnendeko

ToffBlog - Fr, 03.04.09

1. UnderCOVER-Festival, Stadthalle St. Ingbert
ROXANNE, DREAMER & THE FINAL CUT spielen die Musik von The Police, Supertramp & Pink Floyd
Monatelang liefen die Vorbereitungen für dieses erste Festival seiner Art, eine Kopfgeburt unseres rastlosen Schlampengehirns Daniel, die er mit viel Einfühlungs- und Durchhalte-Vermögen zur Welt gebracht hat - von der Einladung der beiden anderen Bands über die Finanzierung, die Beteiligung der Stadt St. Ingbert, die Werbemaßnahmen unter Mitwirkung von CLASSIC ROCK RADIO, Vorverkauf, Plakatierung, Bewirtung, Beschallung, Beleuchtung etc.pp. bis hin zur schweißtreibenden Show - eigentlich sind wir alle bereits völlig ausgelaugt, bevor wir überhaupt den ersten Ton spielen, aber ein Gig auf solch einer Riesenbühne vor solch großartigem Publikum entwickelt natürlich eine Eigendynamik, der man sich nicht entziehen kann.
Die 3 Jungs von ROXANNE sind viel mehr als bloße Anheitzer und bringen die gut 500 Zuschauer bereits kurz nach acht mit authentischer Police-Power auf Kochtemperatur, während THE FINAL CUT round about midnight den Saal wieder halbleer spielen - zwar sind Musik, Light- und Videoshow beeindruckend, aber Sound und Lautstärke verhängnisvoll - man hat phasenweise das Gefühl, der Mann am Mixer (s)taube allmählich zu. Das Quartett bietet keinen Mainstream, sondern ein sperriges Program, für das man mindestens vier Semester Pink-Floydistik studiert haben muß (wenngleich es toll ist, mal wieder "Set The Controls For The Heart Of The Sun" oder "Sheep" zu hören).
Dazwischen wir, die Superschlampen, die durch einen umstrittenen Showact endlich ihrem Namen mal alle Ehren machen: bei "It's Raining Again" und "School" bekommen wir gesangliche und optische Unterstützung durch unsere "Nichten" Maike, Ute & Myriam (zusammen knapp älter als unser Gitarrengott Didier), mit Regenschirmen, Schulranzen und Seifenblasen bewaffnet und für die Jahreszeit (noch) entschieden zu leicht bekleidet. Der eine oder die andere mag das hochnotpeinlich gefunden haben, die breite Mehrheit (mich eingeschlossen) war b-e-g-e-i-s-t-e-r-t, selbst die Saarbrücker Zeitung attestierte: "diese Band hat Humor". Dermaßen zu polarisieren mit einer sexy Showeinlage - ist das nicht herrlich?
Die Bühne, die tolle Publikumsresonanz, die Videoeinspielungen, die Lightshow, unsere dynamische Performance, der gewagte Einstieg mit "Child of Vision" und "Rudy" am Stück - all das läßt fast vergessen, welch massive Probleme uns der Monitorsound während unserer 80 Minuten bereitete - phasenweise hatte das Bindflugcharakter! Es war nicht alles Gold, was an diesem langen Abend glänzte, aber unterm Strich war es (fast) alle Mühen wert.

UnderCover - DidiToff (Fotos: www.wssi.de)

ToffBlog - Fr, 27.02.09

Konzert in Miltenberg, BEAVERS
Die Sterne stehen gut.
Am Tag nach unserem ersten Gig im Freistaat Bayern sind wir erschöpft, aber glücklich - arm, aber berühmt ;-)
Miltenberg im Odenwald, 40 km südlich von Aschaffenburg, mit pittoreskem fachwerkbestandenem und kopsteingepflastertem Altstadtkern und erstaunlich geringen Sprachbarrieren: das unterfränkische und das saarländische Idiom sind zu 90 % kompatibel.
Das BEAVERS ist ein Traum von einer Kneipe – ein feuchter allemal für Musikliebhaber: über und über sind die Wände des mehrgeschossigen Clubs mit signierten Reliquien aus sechs Jahrzehnten populärer Musik dekoriert. Altare eines Sammlerfetischisten, der sympathischerweise Christoph heißt. Er kümmert sich rührend um das Wohlbefinden seiner saarländischen Gäste und quittiert dankend, dass sein ohnehin angesagter Club an diesem Freitagabend mit über 120 Gästen überraschend stark besucht ist. DREAMER kennt hier niemand, SUPERTRAMP schon!
Das Publikum taut spätestens im 2. Set vollends auf, singt und tanzt mit, dass es eine helle Freude ist, von meinem Beobachtungsposten inmitten der Bühne zuzusehen. Die Band spielt konzentrierter als in der Rock Music Hall, auch wenn Tastengott Michi “The Munster“ zwischenzeitlich ein paar Bankdaten seiner Datenbanken verlustig gehen. Blechi muß keine Notoperationen am offenen Hertz vornehmen, Thomas glänzt mit seiner obskuren Brillensammlung – und der letzten Zugabe folgt eine allerletzte gegen viertel vor eins in der Nacht.
Ein Comeback erleben unsere Video-Einspielungen vom Dreamer-Beamer, bravourös bedient von Daniel in the eye of the storm – ich bin hin- und hergerissen: soll ich während des Konzertes lieber die Filme schauen oder doch zum Publikum spielen?
Das Gros der DREAMER schnuppert am echten R’n’R-Leben im Tourbus mit Übernachtung im Hotel - auch wenn kein Fernsehgerät auf die Straße fliegt - während Didier und Toff nächtens über das gespenstisch leere Frankfurter Kreuz zurückjetten.
Ein schaler Beigeschmack bleibt: nach Abzug aller Strapazen und Unkosten (Mietbus, Konzertagentur) verbleibt ein Reingewinn, der das exakte Gegenteil von üppig ist. Zukünftige Aktionen dieser Art stehen somit in den Sternen.
Aber die Sterne stehen gut…

www.beavers-miltenberg.de

Dreamer - UnderCover-Festival (Foto: www.wssi.de)


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