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Dreamer und die Regenschlacht von Menden (So, 15.08.2010; Foto: HD Belker)

TOFFBLOG - Sa, 30.10.2010

Miltenberg (Bayern) - Beavers
The Last Waltz in Miltenberg. Was für ein hübsches Städtchen, was für ein schöner Club direkt am Mainufer. Fraglich, ob wir uns so schnell wiedersehen, denn auch unser dritter Anlauf, im BEAVERS die Hütte vollzukriegen, scheitert. Trotz Verstärkung aus Münster- und Sauerland finden nicht mehr als 60 Zuschauer den Weg in dieses originelle Rockmuseums-Ambiente. Warum, bleibt allen ein Rätsel. Daß es nach dem Soundcheck nicht das Dreamer'sche Grundnahrungsmittel gibt, ebenso. Wir gehen schnitzellos auf die schlecht vorbereitete Clubbühne, spielen bis nach Mitternacht fast unser volles Programm, Rainer bekommt sein Geburtstagsständchen, es bleibt die Passage, bei der alle mitsingen. Die Rechnung Miltenberg geht für die Superschlampen nicht auf. Wir wünschen dem Betreiber Christoph, daß er sein BEAVERS halten kann. Und freuen uns auf die Winterpause...

Yul Bauer im Beavers (Original und Fälschung; Foto: Blechi)

TOFFBLOG - Sa, 23.10.2010

Saarlouis (Saarland), Karl-Thiel-Haus - 15-jähriges Jubiläum der Rodener Fohlen
Die "Rodener Fohlen", der leidensfähige Borussia M'Gladbach-Fanclub, wollte sein Jubiläum mit einer großen Sause feiern. Der Präsident der Fohlen, "Hubi" Werny, bekommt von einem Arbeitskollegen den Tip mit der richtigen Live-Band für diese Sause. Dieser Kollege ist praktischerweise mein Bruder Eric. So kommt es zu einem Kontakt, den beide Seiten weder bereuen noch vergessen werden. Vor Fußballfans zu spielen, die nachmittags eine 1:4-Klatsche gegen Werder hinnehmen mußten, kann kritisch werden. Muß aber nicht. Ganz im Gegenteil: die enthusiasmierten Fohlen werden zum dankbarsten Publikum, das man sich wünschen kann; das selbst die progressiveren Passagen unseres Konzertes begeistert quittiert und fast jede Zeile mitsingt. Auch wenn von der Bühne aus zu Beginn wenig zu sehen ist: eine massive Wand aus Kunstnebel läßt uns zunächst nur erahnen, daß da gut und gerne 250 Fohlen im Saal sind. Das Leben ist manchmal halt doch ein Ponyhof ;-)

Hüttenwerk, Michelstadt - die Ruhe vor dem DREAMER-Sturm (24.09.10, Foto Toff)

TOFFBLOG - Fr, 24.09.2010

Michelstadt (Hessen) - HÜTTENWERK
Ich erzähle euch heute die Geschichte von unserem einmaligen Gastspiel im Michelstädter Hüttenwerk. Und von der Mehrdeutigkeit des Wortes "einmalig". Freitag nachmittag, 13:00 Treffpunkt Proberaum. Beladen des Tourbusses mit dem kompletten Equipment inkl. Dreamer-Menschenfracht. 14:00 Abfahrt im strömenden Regen. Herbst. Enervierende Fahrt durch den hessischen (aber nicht hässlichen) Odenwald, nur 20 km von Miltenberg jenseits der niederbayrischen Grenze entfernt. Ankunft kurz nach vier im Gewerbegebiet hinter Michelstadt. Tolle Konzerthalle, große Bühne, Big Lights, Big Sound und ein Backstage-Bereich, der endlich seinen Namen mal verdient hat. Anpacken, Bühnenaufbau, 19:00 Soundcheck, unsere Ohren sind wunschlos glücklich. Unsere Mägen werden mit Chili con carne belastet - ein gleichermaßen leckeres wie folgenschweres Catering. Der Saal füllt sich, bis zur Tagesschau sind 4 Gäste zu zählen. Der Deal - 60 Prozent der Einnahmen - vermiest uns zunächst die gute Laune nicht wirklich: zum ersten Mal seit der Mendener Regenschlacht spielen wir wieder in kompletter Besetzung, Klammer auf *Krankenscheine und/oder berufliche Verpflichtungen bescheren unserem Miniorchester in jüngster Zeit allzu oft frustrierende Rumpfproben* Klammer zu. 21:45 Stagetime. 73 Zuschauer, gute Stimmung vor und vor allem auf der Bühne, die Verzögerungen durch unsere häufigen Keyboardwechsel werden zum Running Gag. 00:55 Ein fast makelloses Konzert liegt hinter uns. Abbau und 200 km Rückfahrt liegen vor uns. Müdigkeit liegt in uns und macht es sich bequem. Tom und Blechi bringen unseren Nightrider sicher zurück zur Teufelsinsel.
04:30 Die Fracht wird gelöscht. Das Hüttenwerk ebenso: abzüglich 190 Mäuse für Tourbus und Tourdiesel bleiben nach 16-stündiger Dreamer-Schicht pro Nase 20 Euro und 60 Cent Gage. Rock'n'Roll. Im Morgengrauen schlafe ich mit der Gewißheit ein, daß Michelstadt ein einmaliges Gastspiel bleiben wird.

TOFFBLOG - So, 15.08.2010

Menden à la carte - Open Air, Menden (Sauerland)
Was für den deutschen Fußball die Wasserschlacht von Frankfurt (WM 1974), das wird für die Superschlampen als Regenschlacht von Menden in die Annalen eingehen.
Die ganze verführerische Pracht der kulinarischen Meile ersäuft an diesem Sonntag im stun-den-lang-en Dauerregen, dennoch gewinnen wir den Kampf gegen die Fluten und darüber hinaus neue Fans im Märkischen Kreis (zumindest jene mit Regenschutz), insbesondere den quirligen Veranstaltungsmanager Frank Spiekermann, an dessen guter Laune die Wassermassen ganztägig regelrecht abperlen.
Menden à la carte - es regnet bei der Anreise, es nieselt beim Transport des Equipments zur Mega-Bühne, es gießt wie aus Eimern beim Soundcheck, es schüttet beim Konzert, es plätschert auf die hartgesottene Hundertschaft des Publikums, es prasselt beim Schlußapplaus gegen 19 Uhr, es tröpfelt beim Bühnenabbau, es schifft, nebelt und pladdert bei der vierstündigen nächtlichen Heimfahrt. Damit nicht genug: das Drexxwetter verhöhnt uns regelrecht, als Rainer mit crisis-gelbem Regenschirm den Laufsteg entlangstolzierend IT'S RAINING AGAIN intoniert - und ausgerechnet dann der Himmel trocken bleibt. Und zwar nur dann.
Abgesehen von suboptimaler Park- und Transportsituation und völlig unterdimensioniertem Backstagebereich läuft alles wie am Schnürchen, die Bühnentechnik ist vom Feinsten, der Laufsteg wird mit Wasserschiebern präpariert (umsonst), wir bringen unsere klammen Klamotten zum dampfen und infizieren die tapferen Fans mit unserer ansteckenden Spielfreude. Wer das für manische Selbstbeweihräucherung hält, dem sei die Lektüre des Dreamer-Gästebuchs empfohlen.
"Zwar spielte das Wetter nicht mit, aber alle Zuschauer wurden durch euren tollen Auftritt mehr als entschädigt... vielen Dank für die schönen, ergreifenden Stunden gestern."
WIR haben zu danken!

P.S. wir haben einen neuen Fan: meine Mama hat uns zum ersten Mal gesehen und war begeistert. Liebe Grüße nach Ostentrop ins immer noch verregnete Sauerland!

-> DREAMER - PORTRAIT Saarbrücker Zeitung [330 KB]

DREAMER im Püttlinger Kulturbahnhof - Fr., 30.07.2010 (Foto: Kolling-Krumm)

TOFFBLOG - Fr, 30.07.2010

Kulturbahnhof Püttlingen - Open Air, "Sommerfahrplan"
Es hat also geklappt mit dem Wiedersehen auf dem Bahnsteig des wunderschönen Kulturbahnhofs, auf dem vor Jahrzehnten noch die Reisenden auf ihre nicht-klimatisierten Züge warteten. Auch an diesem lauen Sommerabend geht die Reise in die Vergangenheit, in eine musikalisch wehmütig erinnerte, wie die enthusiastische Anteilnahme des bunt gemischten Publikums vermuten läßt - wieder verteilen sich mehr als 700 Zuschauer vor der Kulisse des Bahnhofs, ja sogar seitlich und hinter der Bühne sammeln sich die Zeitreisenden, spornen uns an und machen dieses Open Air für unser kleines Tribute-Orchester erneut zu einem echten Erlebnis. Zu diesem Anlaß haben wir uns etwas ganz besonderes ausgedacht: nachdem wir den letzten noch fehlenden Song "If Everyone Was Listening" vorbereitet haben (bei dem Tom zum ersten Mal seine Klarinette einsetzt), performen wir das komplette Album CRIME OF THE CENTURY - den Klassiker aus dem Jahre 1974 - nonstop am Stück, ungekürzt und Ton für Ton. Brillante Idee und Wagnis gleichermaßen, denn wir erfahren erst am Abend selbst, ob und wie es beim Publikum ankommt. Es kommt an! Das fachkompetente Püttlinger Bahnhofspublikum konsumiert die Hits im ersten Set gleichwohl wie die anspruchsvolle zweite Hälfte des Programms. Und welche Kulisse wäre besser geeignet für den Begleitfilm des Songs "Rudy" - wie immer eines der Konzert-Highlights und optisch untermalt von fahrenden Zügen und vorbei huschenden Gleisen. Die Zeitreise endet mit den sinfonischen Klängen der "Fool's Overture", aber nicht ohne Michael Münsters Dankesworte ans Publikum und das Püttlinger Kulturforum: es war eine besondere Ehre für uns, in zwei aufeinander folgenden Jahren im Bahnhof spielen zu dürfen... was uns aber nicht davon abhalten sollte, im kommenden Jahr den Hattrick zu probieren.

-> die phänomenale SZ-Kritik über das DREAMER-Konzert am Bahnhof Püttlingen [567 KB]

TOFFBLOG - Sa, 12.06.2010

Siegburg (Nordrhein-Westfalen) - KUBANA
Manni schreibt ins Dreamer-Gästebuch "Saarbrücker Band erobert Siegburg. Was für ein fantastischer Abend. Selten so eine spielfreudige Coverband gesehen." Wow! Wie konnte es dazu kommen?
Der renommierte Kubana-Club in Siegburg ist eine der feinsten Adressen für Tribute-Bands: üppige Bühne, schlaraffige Lightshow, opulentes Catering, als Mischpult eine Weltneuheit, auf deren Bedienung sich Blechi wochenlang vorbereitet hat, dann ein enervierender Soundcheck, der nicht nur dem Kubana-Chef Jürgen Hoffmann die Sorgenfalten auf die Stirn treibt - ein schwieriges Auswärtsspiel also für das DREAM(ER)-Team. Die Zuschauer sind kein klassisches Stammpublikum, sie kommen an diesem Abend aus einem einzigen Grund: sie wollen Supertramp erleben! 160 Zahlende füllen den Club, die Dreamer-Maschine läuft an wie geölt, und nach anfänglicher Zurückhaltung springt der Funke beim dritten Song "Breakfast in America" über. Aber sowas von über! Die Besucher werden zu Fans, schließlich zu unseren besten Freunden (Tina und Dieter aus dem Münsterland sind es eh schon und tragen ihre neuen Dreamer-Shirts). Wir nehmen Klein-Kuba im Sturm, die gute Stimmung im Saal schwappt auf die Bühne und wieder zurück, es wird eine der leidenschaftlichsten Dreamer-Shows seit dem Urknall. Alle im Saal singen mit, Rainer und Daniel können die ersten Reihen bei Texthängern als Teleprompter benutzen. Noch während des ersten Sets entschließen wir uns, die Pause zu canceln und komplett durchzuspielen, drei Stunden am Stück. Nach der "Fool's Overture" ist die Schlacht geschlagen, nichts geht mehr. Bis auf eins: ein Wiedersehen im kommenden Jahr. Nichts lieber als das!

Kubana-Fotos (oben): Hans Dieter Belker (Münsterland)

TOFFBLOG - Fr, 30.04.2010

St. Ingbert - SOHO ("Heimspiel")
Back to the roots ... wo alles begann! Am 22. Februar 2008 gaben DREAMER ihr Debüt in eben dieser Location; ich stand damals noch in der ersten Reihe VOR der Bühne.
Sagte ich "Bühne"? Ich meine natürlich "Bierdeckel". Kuschelig ist es also, bis in die letzte Ecke des Bistros. Obwohl viele Freunde und Bekannte der Drohung voraussichtlich einziges Konzert 2010 im Saarland nicht nachkommen und trotz mindestens vier zeitgleicher Verunstaltungen in St. Ingbert, auf denen in den Mai getanzt wird, präsentiert sich das SOHO einmal mehr prall gefüllt als Nostalgie-affin und Rock-bar - und die Band offensiv, leicht umnebelt (file under Nebelmaschine) und dankbar für ein reizvolles Heimspiel. Wir spielen mit "kleinem Besteck" (Tontechnikersprache, deutsch-Blechi/Blechi-deutsch) und steigern uns - nach klassischem Fehlstart beim neuen Opener Gone Hollywood - wie das Louis van Gaal-Team mit großer Spielfreude bis zum vielumjubelten Saisonfinale bei Crime of the Century (hier bitte den Spruch von der Turniermannschaft einsetzen). Man sähe uns die Spielfreude auf der Bühne an, heißt es immer wieder. Wie schön, daß sich das mit meinen Beobachtungen deckt.
Warum wir dieses Jahr nicht wieder auf dem St. Ingberter Stadtfest spielen, fragen mich anschließend enthusiasmierte Konzertbesucher. Mit der Begründung, unsere Bewerbung sei von den kulturbeauftragten Organisatoren abgelehnt worden, ernte ich unbezahlbar fassungslose Gesichter.

Soho-Fotos (oben): Claudia Nöhlen

TOFFBLOG - Sa, 06.03.2010

Maulbronn (Baden-Württemberg) - MUSICPARK LIVE
Es gibt wenige Abende in meiner persönlichen DREAMER-Geschichte, die so reibungslos und maßlos erfreulich verlaufen wie unser Konzert in Maulbronn, von den Wetter-Absonderlichkeiten einmal abgesehen: kurz hinter Karlsruhe fahren wir durch Schneetreiben und tiefsten Winter, bei eisigen Temperaturen verläuft das Be- und Entladen unseres Tourbusses. Wolfgang Kienzle (unveränderliches Kennzeichen: schwarzer Cowboyhut) erweist sich als quirliger und bühnenerprobter Clubbesitzer, seine enthusiastischen Ansagen gehören zu den längsten im reichhaltigen DREAMER-Ansagenrepertoire. Trotz winterlicher Verhältnisse füllen ca. 120 begeisterte und fachkundige Gäste den Musicpark und gestalten unser dreieinhalbstündiges Programm zu einer Supertramp-Messe mit acht Priestern auf der beengten Kanzel (nennen wir es "Bühne") und Schallkardinal Blechi, der mal wieder einen gottverdammt kristallklaren Soundmix kredenzt. Die Band spielt in Hochform, überspielt selbst todbringende technische Traumata wie den Totalausfall der C-Taste auf dem NORD-Synthesizer während "School" (wo die C-Taste gefühlte zweihundertmal angespielt wird). Das Maulbronner Publikum spendet bereits beim ersten Ton der "Fool's Overture" Sonderapplaus, ein toller Abschluß unseres Mammutgigs. Einziges schmerzliches Manko: es gibt keine Schnitzel. Wir überlegen, dies als festen Bestandteil und Mindestanforderung in unseren Stage Rider mit aufzunehmen.

Musicpark Maulbronn - Stilleben mit Dreamer-Equipment

Tom, Toff & der Eierschneider (Musikkeller Frankfurt; Fotos: Gerry Freudenberger)

TOFFBLOG - Sa, 06.02.2010

Frankfurt a. M. - MUSIKKELLER Unterliederbach
Am richtigen Ort zur falschen Zeit. Am hessischen Vorfaschingswochenende verlieren sich nur knapp 60 Zuschauer in den Musikkeller direkt an der Autobahnausfahrt Frankfurt-Höchst. Die vorhandene P.A. (neudeutsch Beschallung) des Musikkellers ist völlig überdimensioniert; da wir (alleine schon durch Didiers Powerchords, Michis kraftvolles Drumming und Toffs tiefgelegter H-Saite) vielmehr eine ROCK-Band sind, die Supertramp interpretiert, ist Blechis voller Einsatz an den Reglern vonnöten, damit die Besucher nicht vom ersten Akkord an einfach weggefönt werden. Steffi, die Betreiberin des Musikkellers entschuldigt sich für die schlechten Besucherzahlen, wir entschuldigen uns für einen durchwachsenen ersten Set und bedanken uns mit einem powervollen zweiten Programmteil (denn irgendwo sind wir ja eine Turniermannschaft) für die enthusiastische Publikumsresonanz. Denn lieber 60 begeisternd Mitgehende/klatschende/tanzende als 1000 Stillsitzende. Laut Applausometer ist Thomas mit den dicken Backen Star des Abends. Er und Blechi sind zudem die zuverlässigen Driver unseres Tourbusses (das darf auch mal erwähnt werden), die ihre dösende Schlampenfracht tief in der Nacht sicher in den Hafen der Teufelsinsel zurückbringen.

(Fotos: Gerry Freudenberger -> www.gerrys-photos.de )


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