Sie sind hier: D R E A M E R ToffBlogs 2011

DREAMER dringen 2011 in Welten vor, die nie zuvor eine Superschlampe gesehen hat

Fliegender Hirsch, ein Cowboy, Rock'n'Roll und Maultaschen in Maulbronn

TOFFBLOG - Sa, 22.10.2011

Maulbronn (Baden-Württemberg) - MUSICPARK LIVE
Für unseren dritten Ausflug nach Maulbronn in Wolfgang Kienzles Musicpark Live-Club bin ich von halb eins bis halb fünf unterwegs. Klingt locker, ist aber tatsächlich eine handelsübliche 16-Stunden-Dreamer-Schicht.
Logbuch des Bassisten (auch "Nebenmusiker" genannt): ++ 12:30 Fahrt zum Proberaum nach St. Ingbert ++ 13:00 Wir befüllen den Tourbus mit Instrumenten, Equipment, unseren siechen Körpern (Daniel reist mit gebrochener Rippe) und Unmengen Gelaber ++ 13:45 Fahrn fahrn fahrn auf der Autobahn, Steuermann Blechi als Autopilot, die Band im Fond schaut Filme, sinniert beim Thriller "Identität" über die eigene multipel gespaltene Künstler-Persönlichkeit ++ 15:45 Ankunft am Musicpark, Gewerbegebiet Maulbronn, warmherziger Empfang von Wolfgang (noch ohne Cowboyhut) und dessen reizenden Team ++ 16:30 Wir bauen auf der engen Bühne unsere Backline auf, Blechi und Tom bändigen den unbändigen Kabelsalat; nachdem alle Instrumente stehen, bleibt (wie üblich) kein Platz mehr für die Musiker ++ 18:30 Soundcheck, wir sind mal wieder laut wie die Höllenhunde, a Tribute to Supermetal, nur Rainer hört sich (wie üblich) kaum auf dem Monitor ++ 19:00 Der urgemütliche Holzofen im Nebenraum wird angefacht, der "Flying Hirsch" an der Wand scheint zu leuchten; original Schwäbisches, Entschuldigung, Kraichgauer Catering: Maultaschensuppe, Rock'n'Roll! ++ 21:00 Die Show beginnt, längst hat Wolfgang seinen Hut aufgesetzt, seine Ansage ist mal wieder der Brüller: weil nur 70 Zuschauer da sind, spielten Dreamer nicht in voller Besetzung, sondern nur zu zweit! Er preist uns in den höchsten Tönen, unter lautem Jubel betreten dann tatsächlich nur 2 Dreamer die Bühne: Stefan spielt kurz die "Fool's Overture" an, geht dann in Daniels Solostück "Downstream" über, ein sanfter Konzertbeginn, und trotzdem geht das FANTASTISCHE Publikum schon voll mit, Michi Münster gesellt sich als Chorsänger dazu, dann erklimmt der geballte Rest der Bääänd die Bühne und legt mit "Lady" richtig los (so los, wie es mit gebrochenen "Rippchen" nur irgend geht) ++ 00:20 Drei umjubelte Sets und zwei Zugaben später machen wir unseren abschließenden Dreamer-Diener, die huldvolle Verbeugung vor einer Fangemeinde, die es geschafft hat, bei unserem Jahresabschlußkonzert nochmal das Letzte aus uns rauszukitzeln! Was für ein fachkundiges Publikum: erst als die letzten Töne des berühmten Kinderglockenspiels bei "Dreamer" verklungen sind, geht der Applaus los - keine Sekunde früher, und das ist nur EIN Beispiel ++ 02:00 Unser Tourbus ist wieder randvoll befüllt, immer wieder eine logistische Meisterleistung von Tom; der Abschied von Wolfgangs Team fällt jedesmal schwerer, wir kommen wieder, versprochen ++ 04:00 Tom bringt seine müden Superschlampen trotz Magenkrämpfen sicher ins St. Ingberter Zielgebiet, erstaunlich, wie schnell so ein Bus leergeräumt ist, unsere Autos laufen wärenddessen warm, der erste Frost ist da ++ 04:30 Ich habe weitere 30 km Nachtfahrt hinter mir, schleppe meine Bässe in den dritten Stock und bin zu müde zum einschlafen.

TOFFBLOG - Sa, 20.08.2011

Menden à la carte - Open Air, Menden (Sauerland / Nordrhein-Westfalen)
Genau ein Jahr nach der berühmten Regenschlacht von Menden ziehen wir an diesem Samstag nachmittag ungebremst in eine wahre Hitzeschlacht. Der deutsche Hochsommer, der bislang den Arsch nicht hochbekam, trifft alle mit voller Wucht: am kommenden Abend wird das Festival wegen infernalischen Gewitters abgebrochen, Pukkelpop/Belgien läßt grüßen. Auch bei uns läufts suboptimal: während der Tourbus mit der Band nach vierstündiger Fahrt die kulinarische Fressmeile erreicht, stecken Toff und seine Bässe noch bei Lüdenscheid im Stau. Nach dem üblichen Parkplatzzoff mit den unfreundlichsten Taxifahrern des Märkischen Kreises hetzen wir zum Aufbau; ein gefühltes Drittel der Bühnenverkabelung ist defekt, was elementare Zeit beim subtilen DREAMER-Soundcheck kostet; der Monitor-Mixer auf der riesigen Bühne ist schlichtweg überfordert, während der bemitleidenswerte Blechi am Hauptmischpult schutz- und schattenlos der gleissenden Sonne (in seinem Blog wird er das Wort Brandblasen benutzen) und den spaßpegelsenkenden Ordern des Veranstaltungsmanagers ausgeliefert ist - nach dessen Meinung sollte die Lautstärke doch bitte nicht einen moderaten Kaffeeklatschpegel überschreiten, was den Unmut einiger Zuschauer provoziert, die als Soundfeinschmecker à la carte gekommen sind und stattdessen eine akustische Dreiminutenterrine geboten bekommen. Gegen Ende unseres Zweistundenprogramms wirft Blechi alle Veranstalterwarnungen über Bord, und endlich haben wir den phetten Sound, der uns gebührt. Eigentlich war bei Menden à la carte unter diesen Bedingungen kein Blumentopf zu gewinnen. Aber daß diese Band selbst DANN noch Großes bewirken und die Herzen der Massen (im Vorjahr waren es eher die Nassen) erreichen kann, relativiert die Strapazen und Unpässlichkeiten dieses Nachmittags dann wieder.
Ob wir uns das wieder antun, steht in den Sternen.

-> Fotos von J. Boeckelmann - MENDEN À LA CARTE - auf www.pixum.de

Menden la carte (Fotos mit freundlicher Genehmigung von J. Boeckelmann)

TOFFBLOG - Sa, 06.08.2011

Michael Münster ist nicht nur der durchgeknallte Keyboarder von DREAMER, er ist auch der reizendste Gastgeber und manischste Geburtstagsfetenorganisator, den man sich vorstellen kann! Nicht erst seit dem Bestehen von DREAMER macht er aus seinem Wiegenfest ein Kostümspektakel. Am Handlungsrahmen seiner diesjährigen Agenten-Fete (mit Dress-Code Kleid & Anzug) hat er monatelang gefeilt: beim Empfang erhält jeder Gast einen Umschlag mit seiner Pseudoidentität und (Geheim-)infos, mit denen im Laufe des Abends eine Verschwörung aufgedeckt und die Welt gerettet werden muß (durchaus möglich, nebenbei mal so eben vergiftet zu werden, aber man lebt bekanntlich zweimal, und der Morgen stirbt nie). Eine Riesengaudi: um die Informationen auszutauschen, kommt jeder mit jedem ins Gespräch, und die Hauptperson hält souverän alle Fäden in der Hand - nebst Videoshow, eigener Tageszeitung und selbstgemachtem Dinner. Ich sag ja, er ist durchgeknallt. Aber darin hat er sehr viel Stil ;-)

DREAMER live am Bostalsee (Alle Fotos: Jutta Brandenburg)

TOFFBLOG - So, 31.07.2011

Bostalsee (Saarland) - SEEFEST, Bühne Surferbasis
"Ich fand euer Konzert am Bostalsee bei der Affenkälte genial und es wurde gleich um ein paar Grad wärmer - ohne euch wäre der See sicherlich gefroren!" (Zitat aus dem Dreamer-Gästebuch)
Zuhause gibt die Kühlgefrierkombination den Geist auf. Am Sonntag messen wir die Temperatur: an diesem Hochsommer-Abend am Bostalsee ist es um etliche Grad kälter als in unserem Kühlschrank. Es ist nicht in Worte zu fassen, wie scheißkalt es hierzulande Ende Juli ist, aber womöglich muß man noch dankbar sein, daß es nicht regnet.
Was hätte das für ein fantastisches Seefest werden können bei wenigstens 21 Grad Außentemperatur, aber dazu fehlen schlappe 10 Grad. Das Publikum kommt trotzdem in Scharen an die Bühne der Surferbasis. Hierher verläuft man sich nicht (die drei Bühnen des Seefestes liegen zu weit auseinander), wer hierher kommt, will die Supertramp-Show sehen. Und die gibt es heute in Breitwand-Cinemascope, denn in den Genuß einer solch formidablen Bühne mit exorbitanter Lightshow und fulminantem Sound kommen wir leider nur selten - reichlich Auslauf für unser aufgeladenes Duracell-Duo Daniel/Rainer an der Spitze der DREAMER-Phalanx. Umso mehr Laune macht unser Programm, das wir aber notgedrungen kürzen müssen, um zeitig vor dem berühmten Seefest-Feuerwerk um 22:30 fertig zu sein - auch dies ganz formidabel mit ausgeklügelter Dramatik und wuchtiger musikalischer Untermalung. Natürlich servieren wir dem durchgefrorenen Publikum anschließend noch eine halbe Stunde Zugaben bis hin zur souveränen Fool's Overture.
Subsouverän hingegen lediglich der Veranstalter, der dem Vorprogramm großzügig Spielraum zum Überziehen des Zeitplans gibt, beim DREAMER-Soundcheck jedoch leicht ungehalten auf die Uhr zeigt, danke dafür. Dabei kommen wir mit 40 Minuten für Komplettaufbau und Monitoring in absoluten Rekordverdacht. Für unsere Verhältnisse. Schwamm drüber, es war ein toller Abend mit warmherzigem Publikum - die Unterkühlungen also nur rein äußerlich.

TOFFBLOG - Sa, 02.07.2011

St. Ingbert (Saarland) - INGOBERTUSFEST, Bühne vor der Engelbertskirche

"Das war der absolute Hammer auf dem Ingobertusfest... Ihr seid einfach spitzenklasse!!!"
"Danke - hat echt Spass gemacht, euch zu hören und zu sehen!" (Zitate aus dem
Dreamer-Gästebuch)

DREAMER, eine überregional bekannte Tribute-Band mit Stützpunkt St. Ingbert, gehört auf die Hauptbühne des heimischen Stadtfestes, ungestört vom Durchgangsstrom der Fußgängerzone. Das hat nichts mit Überheblichkeit zu tun, sondern mit Sachverstand. Während die neue Hauptbühne vom Veranstalter auf einen Parkplatz abseits der Festmeile verlegt wurde, zwängt sich auf die kleinere Bühne an der Engelbertskirche zunächst eine komplette vielköpfige Marchingband, bevor unser Miniorchester anrückt - ohne direkte Anfahrtsmöglichkeit, ohne ausgewiesene Parkzone, gezwungen, das komplette Equipment durch die Volksfestmassen und Pavillons zu transportieren. Das niedrige Zeltdach verhindert den Einsatz unserer Videoshow. Die Lichtkannen hängen so tief, daß ich mir im Gesicht einen Sonnenbrand zulege (ja, lacht nur, es ist die reine Wahrheit). Die hirnlos ballernde Schallbedröhnung an einem unmittelbar benachbarten Bierstand stört massiv in unseren ruhigeren Passagen. Ein Veranstalter, der so etwas ermöglicht, zeigt seine Wertschätzung von Standmieten gegenüber ruhigeren Passagen. Was betriebswirtschaftlich legitim ist. Warum also nicht gleich den Bierstand auf die Bühne stellen? Viele Zuschauer verharren in dieser kalten Sommernacht über die gesamten pausenlosen drei Stunden bis Punkt 01:00 Uhr an unserer Supertramp-Bühne - natürlich ohne Sitzmöglichkeit, und natürlich durch den benachbarten Ballermannstand und den ständigen Durchgangsverkehr genervt, was zahllose Kommentare anschließend bestätigen.
Ein Freund meint augenzwinkernd: "Wenn ihr Gage bekommt, müßt ihr nicht auch noch Spaß auf der Bühne haben." Den lassen wir uns selbstverständlich nicht nehmen, dafür liebt diese Band zu sehr ihr hart erarbeitetes musikalisches Oeuvre, und dafür liebe ich diese Band - insbesondere unseren heimlichen Star Tom am Gebläse (dem wir um Mitternacht ein Geburtstagsständchen bringen und rote Rosen ins Saxofon stecken) und unseren Schalldompteur Blechi, der einen unerbittlichen Kampf mit der Tontechnik auszufechten hat und wieder mal triumphiert. Es ist die Stärke dieser Band zu demonstrieren, daß ein Konzert an solch einer Location wenig Sinn, aber trotzdem Spaß macht - und diesen auch im Publikum verbreitet.

TOFFBLOG - Sa, 25.06.2011

Wiesbaden (Hessen) - KULTURTAGE DOTZHEIM, Pfarrer-Luja-Platz
Es hätte auch tierisch in die Hose gehen können, unser Wochenendausflug ins hessische "Dotzem", denn Stefan macht es spannend mit dem Vaterwerden! Doch der kleine Max kommt 3 Tage zu früh, und so können die Superschlampen vollzählig die Bühne entern. Danke und Glückwunsch (natürlich auch an die junge Mutter). Apropos Bühne entern: leichter gesagt denn getan; nachdem Anfahrt, Begrüßung, Einweisung, Bühnenaufbau und Soundcheck sehr angenehm verlaufen, müssen wir mit hungrigen Mägen weit über eine Stunde aufs Essen warten, bis das zahlreiche Publikum so richtig ungeduldig wird - zurecht. Ist dennoch ein flaues Gefühl, mit leerem Magen die Bühne zu rocken, aber was tut man nicht alles für ein unendlich freundliches Organisationsteam, für weit über 300 Dotzheimer, die nur wegen uns gekommen sind, für Freunde aus dem Westerwald, und nicht zuletzt als prominentes i-Tüpfelchen für unseren neuen Fan Rod Stewart (mit frisch operierter Hüfte, Ledermantel und Gehstock).
Die Bühne ist so geräumig wie der Pfarrer-Luja-Platz übersichtlich, das Wetter hält einigermaßen, und die Einheimischen machen dermaßen Stimmung ("Crazy Dotzem"!), daß es ansteckend ist und unsere eh schon berühmt-berüchtigte Spielfreude noch potenziert. Diese tanzende, mitsingende und Gehstock-swingende erste Reihe - die hätte ich jetzt bitteschön gerne IMMER vor der Bühne.

DREAMER mit neuestem Promi-Fan Rod Stewart in Wiesbaden-Dotzheim (Foto mit freundl. Genehmigung von Rod)

TOFFBLOG - Sa, 04.06.2011

Rémelfing (Frankreich) - RÉMELFING EN MUSIQUE (Open Air Festival)
Kaum zu glauben, aber völlig abseits der Weltpresse und doch alles andere als im Stillen feiere ich im beschaulichen Rémelfing beim Benefiz-Konzert mit deutsch-französisch-belgischem Line-Up ein kleines Jubiläum: mein 30. Dreamer-Konzert als Bühnenaktivist wird viel, viel besser als der eisige Auftritt zwei Jahre zuvor, als sich genau hier am Place du Chateau zum Sommerbeginn die Wolken erbrachen und uns Gefrierbrand, Bänderabrisse, Stromausfälle und eine desaströse Organisation an die deutsch-französische Demoralisiergrenze brachten. Diesmal läuft alles, wirklich ALLES besser, die Festival-Organisation funzt wie am Schnürchen, die Sonne drückt schawül, die Bands halten sich an den Zeitplan, so daß wir mit nur geringfügiger Verspätung unser einstündiges "Nur die Hits"-Feuerwerk anzündeln können. Ganz ohne Wolkenbruch geht es natürlich nicht in Rémelfing, doch diesmal sind nicht DREAMER die Regengötter: während wir im trockenen chapiteau unsere Bühne anrichten, stehen die Saarbrücker SAVOY TRUFFLE auf der scene extérieur plötzlich im Regen. Sorry, Jungs und Mädels, das habt ihr nicht verdient. Der Schutt dauert aber nicht lange, spätestens zu "It's raining again" ist wieder alles trocken (zu irgendwas muß dieser Song ja auch gut sein). Daniel hat das Publikum mit seinen charmant-holprigen französischen Ansagen (die ihm Didier diktiert hat) schnell im Sack, und auch wenn es während unserer Songs noch recht ruhig im großen Zelt zugeht, bricht nach dem Schlußakkord wie auf Knopfdruck jedesmal die Hölle los. Leider dürfen wir den massiven Zugaberufen am Schluß nicht entsprechen - die nächste Band steht schon in den Startlöchern.

Rémelfing en Musique

DREAMER in Rémelfing (Foto: Tanja Stingel / Talk2you)

DREAMER live im Kubana (Foto: albertrolex)

TOFFBLOG - Sa, 28.05.2011

Siegburg (Nordrhein-Westfalen) - KUBANA
Nach dem Chemnitz-Desaster ist dies genau der richtige Gig am richtigen Ort, um uns vom Boden der Tatsachen wieder auf Wolke 7 zu beamen. Der Vorjahrestriumph im gefragten Kubana-Club kann nochmals getoppt werden: fast 250 Zuschauer bringen wir zum Brodeln - und diese den Saal. Ein adäquates Feedback für volle 3 Stunden schweißtreibende, leidenschaftliche (und nicht immer leidensfreie) Bühnenpower. Unser Münsterländer Fan Hans-Dieter (der seinen Geburtstag statt zuhause lieber mit Dreamer im Kubana feiert) meint anschließend, das hätten wir "verdammt nochmal einfach verdient"! Und es wurde mal wieder Zeit, so richtig vom Publikum gefeiert und mental mit Haut und Haaren vernascht zu werden. Danke, ihr Kubanerinnen und Kubanaer - ihr wart das geilste Publikum, das wir je erlebt haben. Und ich benutze meinen Blog gewiß nicht, um hohle Phrasen zu dreschen.
Dabei steht der Gig zunächst noch auf der Kippe: Toms Magen und Daniels Rücken sind dermaßen lädiert, daß man ernsthaft über Ernsthaftigkeiten nachdenken muß. Aber Adrenalin scheint ein erstklassiger Schmerzblocker zu sein. Das Publikum geht bereits beim komplexen Opener "Child of Vision" ab wie ein Zäpfchen, hält seinen Enthusiasmus bis zum (noch komplexeren) Finale "Fool's Overture" aufrecht und macht jeden Quatsch mit, den unsere Zampanos Rainer, Daniel und Michi Münster zwischendurch verzapfen. Wir haben zu jeder Sekunde das Gefühl, unsere Spielfeude gebündelt zurückzubekommen (was einem reziproken Chemnitz-Effekt entspricht), und auch diverse Kabelpannen-bedingte Zwangspausen werden einigermaßen unpeinlich einfach zu Audience Participations umgewandelt.
Und doch gibt es vor lauter Highlights einen absolut unvergesslichen Programmpunkt, den wir in dieser Art noch nie probiert haben: die akustische Nummer "Two of us" spielen wir unplugged - im wahrsten Sinne des Wortes. Didier, Tom, Rainer und Toff gehen mit 12-saitiger Klampfe, Saxofon, Stimme und Mandoline MITTEN ins Publikum - das dann auch tatsächlich MUCKS-MÄUSCHEN-STILL wird, gebannt zuhört und nach dem dreiminütigen völlig unverstärkten und entstöpselten Vortrag in (wirklich!) tosenden Applaus ausbricht - ein magischer Augenblick, einer der schönsten musikalischen Momente meines Lebens.

Live im Kubana (Siegburg): DREAMER - UFO - FISH ... in der Reihenfolge ;-)

On the Road to Chemnitz - kleine Impressionen aus dem DREAMER-Tourbus

TOFFBLOG - Sa, 07.05. 2011

Chemnitz (Sachsen) - 5. ALUMNI-Treffen der TU Chemnitz
Bruce Willis war in STIRB LANGSAM zur falschen Zeit am falschen Ort. So gesehen spielt an diesem Samstagabend in der ehemaligen Karl-Marx-Stadt die Bruce-Willis-Band.
Durch unseren Traumgig am Püttlinger Kulturbahnhof wurden wir für das Campusfest der Technischen Universität Chemnitz empfohlen. Da hat es jemand gut gemeint. Und gut gemeint ist bekanntlich das Gegenteil von gut. Denn die Band aus dem fernen Saarland ist auf diesem Alumni-Festakt völlig fehl am Platz. Genau wie die These, alle Soxn wörn Kültürbänäusen. Stell dir vor, du hast eine Riesenbühne, Technik und Licht vom Allerfeinsten, spielst dir die Seele aus dem massigen Leib - und es juckt kein Schwein. Doch daß auf einem Jahrgangstreffen ehemaliger TU-Absolventen und Altsemester kaum Interesse an 2 1/2 Stunden Supertramp besteht, dafür kann man niemandem einen Vorwurf machen. Ärgerlich. Abhaken. Mund abputzen. Weiterrocken.
Zwei Tage Ostdeutschland, 1.200 km, 11 Stunden im Tourbus. Wir durchfahren blühende Landschaften, endlose goldgelbe thüringische Rapsfelder, entern bei blendendem Sonnenschein den Freistaat Sachsen. Chemnitz überrascht mit Parks, Grünanlagen, Alleen, Feudalbauten. Unser Hotel ist die beste Adresse vor Ort, direkt am properen Museumsplatz, die berühmte Karl-Marx-Skulptur thront um die Ecke. Der Festsaal der TU ist prachtvoll eingedeckt, die Bühne üppig, unsere Garderobe eine Wandelhalle, das Künstler-Buffet eine lukullische Offenbarung. Die Rahmenbedingungen könnten also nicht besser sein. Nur das Konzert hätten wir uns sparen können.

Bel Étage - die Bühne ist angerichtet (Foto: Toff)

TOFFBLOG - Fr, 08.04.2011

Saarbrücken - BEL ÉTAGE
Die Propheten und das eigene Land. Näher, bei bestmöglichem Sound mit optimaler Light- und Videoshow, kommt man an DREAMER in der Heimat nicht mehr heran. Und doch ist die Bel Étage nur gut zur Hälfte gefüllt. Aber diese 150 Zuschauer bekommen knapp drei Stunden lang unsere Schokoladenbreitseite, nebst 2 "neuen" Stücken im Programm: die Rick Davies-Nummern "Another Man's Woman" und "You win, I lose" bereichern unser an Bereicherungen reiches Programm. Der Name hält, was er verspricht: die Bel Étage über dem Saarbrücker Spielcasino ist ein moderner, piekfeiner, erstklassisch ausgestatteter Kultursaal mit traumhaftem Ausblick von der Dachterrasse über den Deutsch-Französischen Garten; der Architekt hatte vermutlich Schiffsbau als Nebenfach; Comedians und Kabarettisten geben sich hier ein Stelldichein, was aber auch bedeutet, daß die Bühne für 8 Superschlampen so beengt ist, daß Legehennen beim Bundesverfassungsgericht klagen würden. Was uns natürlich nicht daran hindert, unserer Spielfreude wieder freien Lauf zu lassen und einen Riesenspaß zu haben, der offenbar genau so auch beim Publikum ankommt. Der schönste Kommentar stammt diesmal von Sabine im Dreamer-Gästebuch: "Musik, Gesang, Technik - alles stimmte heute abend, man fühlt, dass es Euch einen Riesenspaß macht und das macht richtig Laune! Herzlichen Dank für die schöne Zeit mit Euch". Danke gleichfalls! Gegen Mitternacht, als die Bel Étage und deren Bühne wieder verwaist sind, beginnt das Leben in der Spielbank eine Ebene tiefer erst zu pulsieren. Wir widerstehen der Versuchung, unsere komplette Gage auf Rot zu setzen.

Paddock, 00:20 - Daniel und Stefan spielen "Downstream", kurz vor der "Fool's Overture"

TOFFBLOG - Sa, 05.02.2011

Hahn (Rheinland-Pfalz) - PADDOCK-CLUB
Das ohrenbetäubende Turbinengeräusch einer startenden 737 und das DREAMER-Konzert im Paddock, einen Steinwurf vom Flughafen Hahn entfernt - zwei Schallwellen-Gewitterfronten, die an diesem Abend aufeinanderprallen (Gruß an Leo, den Theaterdonnerer). Der Paddock-Club wirkt wie ein zur Eventhalle mutierter ehemaliger Flugzeug-Hangar, was wohl daran liegt, weil er genau das ist. Früher standen hier Kampfjets, heute abend sind es an die 200 Zuschauer, die bis weit nach Mitternacht hier landen. Für die Dreamer-Premiere im strukturschwachen Niemandsland klingt das schon sehr ordentlich, und doch ist der riesige Club damit nicht mal bis zur Hälfte gefüllt. Was Geschäftsführer Norbert Stumpf ausdrücklich bedauert. Und was sich mit der breiten Meinung des buntgemischten Publikums deckt. Kein Publikum gleicht ja dem anderen. Und mit den anfänglich reservierten Hunsrückern glauben wir eine harte Nuß knacken zu müssen. Deren herzliche Rezeption straft uns schon bald Lügen. Der warme Empfang, die herausragende Bühnentechnik, Blechis Breitwandsound (piss off, 737), das (wichtig!!!) enorm lekkere Catering und unser musikalisches Kreuzritterblut sind Ansporn genug, erneut eine engagierte Dreistundenschicht abzureissen.
Die Dankeschöns des Tages gehen diesmal an Stefan, der trotz Schmerzen tapfer durchhält, und Claudia, die ebenso tapfer die Clubbesucher zur Kasse bittet.
Das klingt alles so selbstverständlich, daß man mal wieder betonen muß, daß in dieser Band nichts selbstverständlich ist. Nicht der Erfolg, die jahrelange Arbeit daran, nicht die Mühen, die wir alle auf uns nehmen, nicht die Lebenszeit, die wir verschwenden. Wir können nicht anders. Wir haben eine Mission. Wir sind Jäger der verlorenen musikalischen Schätze. Kreuzritter des guten Geschmacks. Und das meinen wir selbstverständlich ernst.

DREAMER ZELEBRIEREN SUPERTRAMP - Konzert-Review auf WatWo.de [36 KB]

Paddock-Club, Hahn (eine Stunde vor Start der DREAMER-Maschine)

TOFFBLOG - Sa, 22.01.2011

Maulbronn (Baden-Württemberg) - MUSICPARK LIVE
Wäre ich Veranstalter, würde ich - bevor ich mir die (mutmaßlich zu 90% geschönten) Demos der Bewerber anhöre - einen Blick in deren Gästebuch werfen. Beim ersten DREAMER-Gig 2011 war z.B. folgendes zu lesen: "Ich träumte mich weg, war 20 Jahre jünger und zum Schluß kamen mir sogar die Tränen" (Alexandra). Das klingt zu schön, um geschönt zu sein, und tröstet über die Tatsache hinweg, daß weniger Besucher als im Vorjahr in den behaglichen Musicpark von Wolfgang Kienzle (schwarzer Cowboyhut!!!) kommen. Aber eine gute Hundertschaft hat uns ein unvergessliches Erlebnis beschert: die Resonanz unserer drei Sets an diesem Abend enthusiastisch zu nennen, wäre zart untertrieben: Zwischenapplaus galore, große Zuneigungsbescheinigungen allenthalben, massive Zugaberufe, danke Maulbronn! Was für ein fachkundiges, hinreissend- und hergezerrtes Publikum, was für ein freundliches Personal... Wolfgang, wir kommen gerne wieder!
Dabei sind die Randbedingungen gar nicht so rosig: eine Bauch-OP (doppelter Bruch) hat mich 16 Tage außer Gefecht gesetzt, mit Stützkorsett-ähnlicher Abdomenbandage geht der Dreistunden-Gig jedoch unproblematisch über die Bühne, im wahrsten Sinne. Und die dort herrschende Enge vereitelt per se jeglichen schmerzenden Ausfallschritt. Blechis Mix macht das DREAMER-Eröffnungskonzert 2011 zudem wieder zum akustischen Wonnebad. Heilend, auch dies.
Nicht zu vergessen: mein Rickenbacker feiert Premiere. Didier steht direkt vor der Bassbox und hat anschließend einen neue Fönfrisur ;-)


-> D R E A M E R - T o f f B l o g s - 2 0 1 0