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Dreamer - Harmonisches Saisonfinale in Bonn (Foto: Blechi)

TOFFBLOG - Sa, 10.11.2012

Bonn (Nordrhein-Westfalen) - Harmonie
Harmonie.
Was für ein Wort könnte an diesem Abend besser die Stimmung in der Bääänd und die Interaktion mit den rund 200 Zuschauern ausdrücken? Der dritte Samstag in Folge, der letzte Gig des Jahres: zuweilen ist in meinen Blogs von "renommierten Clubs" die Rede; die Bonner HARMONIE ist ein solcher in R(h)einkultur - ein Tempel der musischen Vielfalt, stilvoll, großräumig, opulent bestückt mit Licht- und tontechnischen Delikatessen und einer Bühne, die endlich mal wieder unsere Bewegungsradien weit über Bierdeckelniveau erhebt. Eine vorbildliche Organisation sowie Blechis neues Digitalmischpult beschleunigen den Bühnenaufbau inkl. Soundcheck in nie dagewesene Sphären. Dabei bleibt es zunächst ungewiß, ob wir heute mit Drummer spielen: Michi hat auf dem Weg von der Nordsee in die ehem. Bundeshauptstadt eine Autopanne. Schlimm genug, daß er seine Ferien unterbrechen muß, aber selbst schuld, wenn man bei der Urlaubsplanung einen Konzerttermin verschwitzt ;-)
Kolli, der Chef der Harmonie, hat Zeitvorgaben, die uns zur Programmumstellung zwingen: Punkt acht Showtime, keine Pause, halb elf ist Sendeschluß (den umliegenden Anwohnern geschuldet). So fliegt bedauerlicher- und unvermeidlicherweise das Acoustic-Set aus der Liste. Tatsächlich beenden wir dann Punkt 22:31 Uhr mit dem finalen Crescendo der Fool's Overture einen wahrhaft denkwürdigen Abend: das Publikum ist sensationell, der Sound unvergleichlich gut, der Spaßfaktor auf und vor der Bühne könnte nicht größer sein, die Schnitzel sind lekker - was für ein genialer Jahresabschluß!
Eiine halbe Stunde nach dem Gig schnallt sich Didier in der Bar des Clubs die 12-Saitige um und intoniert mit Rainer und der halben Dreamer-Schar das im Konzert gecancelte Give a little Bit unplugged zur maßlosen Verzückung der verbliebenen Gäste. Nur Kolli ist not amused, für den Betreiber ist das kein Spaß, sondern Ruhestörung, er wird seine Gründe haben.
Bis tief in die Nacht bleiben die Superschlampen noch gemeinsam in der Ibis-Hotelbar kleben, bis aber auch jedes Getränk im Regal wenigstens einmal probiert ist. Wozu hat man denn die Gage...?

Dreamer - Harmonisches Saisonfinale in Bonn (Foto: Blechi)

Dreamer in der Bonner Harmonie - die Bühne ist hingerichtet (Foto: Blechi)

TOFFBLOG - Sa, 03.11.2012

Maulbronn (Baden-Württemberg) - Musicpark Live
Regen.
Es sind in der Geschichte der Rockmusik so unfassbar viele Songs über Regen geschrieben worden (und auch Supertramp stehen diesem Thema sehr nahe), daß man meinen könnte, die Autoren wären allesamt in Deutschland zu Besuch gewesen. Die mehrstündige Anreise gestaltet sich durch eine herbstliche Nebel- und Regenwand, die den Tag zur Nacht macht, und als der Himmel endlich aufreißt, sind wir am Ziel - und es wird dunkel. Aber wir kennen Maulbronn nur mit solchem Wetter. Oder Schnee und Eis. So oft waren wir schon bei Wolfgang Kienzle im Musicpark - zum vierten Mal gastieren wir hier im Kraichgau, den wir praktisch nur mit Holzgeknister (vom Kaminofen im Nebenraum), aber nie mit sommerlichem Vogelgezwitscher kennengelernt haben. Auch diesmal wird der Laden nicht voll werden (aufgrund der großen Musikveranstaltung im Nachbarort), auch diesmal ist die Bühne wieder zu eng für 8 zappelige schwarz-weiß-gedresste Duracell-Äffchen, auch diesmal sind die ca. 80 Zuschauer phänomenal gut drauf (ein Paar ist sogar schon zum vierten Mal dabei!!!) und machen bis nach Mitternacht enthusiasmiert mit; auch diesmal läßt sich der grundsympathische Hausherr mit Cowboyhut seine obligatorische Ansage "die Driemers" nicht nehmen, auch diesmal gibt es als Catering die obligatorischen Maultaschen. Aber ich meine, die wären größer geworden...
Nächstes Jahr wird das Kloster Maulbronn die 2-Euro-Münze zieren. Wenn wir zum fünften Mal hier spielen.

DREAMER live in Rüdesheim - der Café muß brennen! (Fotos: Alex)

TOFFBLOG - Sa, 27.10.2012

Rüdesheim (Hessen) - Hajos Hotel Germania
Hajo, der hühnenhafte Hausherr im heimeligen Irish Pub des Hotel Germania, läß es sich nicht nehmen, die letzte Ansage dieses denkwürdigen Abends persönlich zu übernehmen: während des Intros zur Fool’s Overture schnappt er sich das Mikrofon und bedankt sich überschwänglich beim “besten musikalischen Export“, der je aus dem MUF-Land bei ihm gespielt hat.
Es sind tatsächlich denkwürdige, stürmische Zeiten im DREAMER-Lager und dem Rest der Welt: während New York von Hurricane Sandy überrollt wird, es in den Privatsphären der Superschlampen erdrutschartige Veränderungen hagelt und auch mal im bandinternen Gebälk kräftig knirscht, fällt unterwegs zum Rhein der erste Schnee.
Rainers Ansage, er hätte hier (HIER!) in Ingelheim auf dem Campingplatz Teile seiner Kindheit verbracht, bleibt der einzige Fehlgriff des Abends. Ingelheim liegt gegenüber am ANDEREN Rheinufer - und somit von Hessen aus betrachtet außerhalb des Universums.
Hajos Club liegt an der Ecke zur bilderbuchhaften Drosselgasse, wo man im Gedränge Gefahr läuft, in ein japanisches Objektiv gerammt zu werden (“Europa in drei Tagen“) und wo der Rüdesheimer Café noch am Tisch flambiert wird. DREAMER indes flambieren ihr Publikum vom Fleck weg: die 80 zahlenden Gäste sind von Michaels ersten Klavierkaskaden bei Gone Hollywood sofort entflammt und machen so enthusiastisch mit, daß es zum Erlebnis wird, hier bis weit nach ein Uhr nachts zu spielen, auch wenn die Bühne lediglich Aktionsradien von Bierdeckelgröße erlaubt. Das fantastische Publikum erlebt eine entfesselt spielende Band, die sich auf ihre Stärken besinnt – hier demonstrieren acht Freunde (und ihr stoischer Tonmeister im Hintergrund) ihre pure Lust am Musizieren, jene unverfälschte ansteckende extrovertierte Bühnenshow als Spiegelbild einer wunderbaren musikalischen Freundschaft.

www.hajos.de

Fotos Maulbronn & Rüdesheim: Alex

TOFFBLOG - Fr, 28.09.2012

Fulda (Hessen) - ALTE PIESEL
Der alte Linienbus direkt neben der Bühne ist Kult. Die Geschichte des Clubs ebenfalls: das Gebäude war im 18. Jahrhundert eine Poststation, in der die müden Reiter ihre Pferde wechselten. Manch pfiffiger Bauer jubelte einem Boten dann seine "alte Piesel" unter und tarnte seine Schindmähre als Rennpferd.
Was hat sich bis heute geändert? Die Landluft ist intensiv, wir hatten beim Namen Fulda wohl eher mit etwas "Städtischem" gerechnet, in Wahrheit liegt die ehem. Poststation im Ortsteil Künzell-Dirlos an den Ausläufern der Rhön. Und die Band, die am heutigen Abend spielt, hat mehr von einer Schindmähre als von einem edlen Gaul. Ein Freitagabend - mit einer anstrengenden Arbeitswoche, 3 Stunden Fahrt und personaldezimiertem Backline-Aufbau in den Knochen - verhindert allzu gerne einen edlen Bühnengalopp. Daniels Magenschmerzen, Stefans Bandscheibenvorfall und eine allgemeine Bleiernheit, in Tateinheit mit bescheidener Publikumsresonanz (nur ca. 60 Gäste) und schnitzellosem Catering, machen unseren Ausflug ins Osthessische Bergland zum suboptimalsten Dreamer-Gig des Jahres. Was uns natürlich nicht daran hindert, volle drei Stunden unser Bestes zu geben. Michi Münster versucht z.B., das Intro der Fool's Overture diesmal so zu verfremden, daß es niemand mehr erkennt. Selbst das mißlingt. Das Leben ist halt kein Ponyhof.

"Alte Piesel"

TOFFBLOG - Di, 21.08.2012

Besetzungswechsel bei den SUPERSCHLAMPEN - der neue Proberaum in der Modernen Schule für Musik in Sulzbach setzt versteckte Wünsche und Energien frei: Michi wechselt von den Trommeln zum Keyboard, Daniel als neuer Bassist am Rickenbacker und Toff als Crooner am Mikro - demnächst auf den Bühnen dieser Welt... oder auch nicht ;-)

TOFFBLOG - Sa, 04.08.2012

Alle Jahre wieder, wenn der Sommer seinen Climax und die Saar ihr Spektakel hat, feiert unser genialchaotischer Keyboarder, Ansagenterrorist und Band(mit)gründer Michael Münster die Wiederkehr seines Geburtstages, wie immer unter einem bestimmten Motto, mit einer bestimmten Kleiderordnung und in einer unbeschreiblichen Raumdekoration: zurück in die STEINZEIT hieß es diesmal, was höchste Anforderungen an die Kostüm-Fantasie seiner Gäste stellte. Es sollen sogar 'Nordländer' in zusammengenähten Flokatis gesichtet worden sein. Stilecht ging es auch beim Essen zu (T-Bone-Steaks, rosig bis blutig, aus der Hand, mit Beeren und Steinobst) in der handgemachten Höhle beim selbstgebastelten Lagerfeuer, während die spielerischen Elemente in Höhlenmalereien und einem Mammut-Rennen bestanden, für dessen Showdown wieder einmal die komplette Straße herhalten mußte. Bei bestem Sommerwetter (keiner starb den Hitzetod im Bärenfell) ist MM zusammen mit Nici erneut eine unvergessliche Festivität gelungen.

DREAMER-Steinzeitfete bei Michael M. aus S.-E. - Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Persönlichkeiten sind rein zufällig!!!

Bahnhof Püttlingen - der DREAMER-Express rollt los (Foto: Uli Schlang)

TOFFBLOG - Fr, 20.07.2012

Kulturbahnhof Püttlingen - Open Air, "Sommerfahrplan"
Aller Guten Dinge sind bekanntlich drei. Und um unser drittes Gastspiel in dieser einzigartigen Lo(k)cation - dem Bahnsteig des ehemaligen Püttlinger Bahnhofs - blümerant zu umschreiben, müssen wir erneut Attribute bemühen wie "unvergesslich", "traumhaftes Publikum", "Mutter aller Konzerte". Nicht weniger als 800 Zuschauer kommen trotz durchwachsenem "Sommer"wetter zu unserem Supertramp-Tribute, lassen sich auch durch den kleinen Regenschauer kurz vor Beginn nicht abschrecken. Und sie sind nicht einfach nur da - sie machen begeistert mit, geben uns mehrmals standing ovations, brennen Wunderkerzen (!) während Crime of the Century ab und stecken die Stimmung am Bahnhof und unsere glühenden Herzen in Brand. Bei dieser Atmosphäre in diesem Ambiente zu spielen läßt keinen Raum für weitere Superlativen.
Bereits meine Vorfreude auf dieses Event könnte kaum größer sein: nach einer Pause im vergangenen Jahr ging hier bereits 2009 und 2010 alles in völlig entspannter Stimmung auf und über die Bühne, angefangen vom tadellosen Beschallungsservice der Jungs und Mädels von LTO über die Verpflegung des Bistro-Personals bis hin zur engagiert-leidenschaftlichen Ansage der Geschäftsführerin Heike Kolling-Krumm - all das ebnet den Weg für 150 Minuten DREAMER-Dauerfeuer!
Wir werden oft gefragt, warum wir relativ selten in der saarländischen Heimat spielen: seit Jahren werden unsere Bewerbungen für das Saarspektakel oder das Saarbrücker Altstadtfest abgelehnt mit Vermerken wie "Tribute-Bands passen nicht ins Konzept" oder "Funk/Soul/Top-40-Bands sind weniger riskant in punkto Publikumsrezeption". Diese ehrenwerten Entscheidungsträger haben offenbar wichtigeres zu tun, als die 800-köpfige Kollektivbegeisterung am heutigen Sommerabend mitzuerleben.
Nachdem wir beim letzten Bahnhof-Gig das Crime of the Century-Album am Stück aufgeführt haben, bieten wir diesmal eine etwas sperrige Setliste, die mir mal die Gelegenheit gibt, ein DREAMER-Konzert mit einem Bass-Solo zu beginnen. Als Daniel mit dem (nur Insidern bekannten) You Started Laughing einsetzt, versagt sein Mikrofon. Als seine Stimme endlich zu hören ist, brandet Riesenapplaus auf und ich weiß: alles wird gut! Wieder einmal ist es Blechi, der nach einem soundtechnisch suboptimalen Soundcheck beim Konzert die Schallwellen in reinste Sahne verwandelt; im Mittelalter wäre er als Hexenmeister auf dem Scheiterhaufen gelandet.
Wir dürfen nicht vergessen, es ist ein HEIMSPIEL heute abend. Aber es ist ein Heimspiel, das wir nicht vergessen werden.

-> Homepage Bistro Püttlingen (mit Fotos von Olaf Reeck)
"Fetziger Rock vom Feinsten" - Saarbrücker Zeitung.pdf [265 KB]

DREAMER - Rainer als Heizer und Lokführer am Bahnhof Püttlingen (Foto: Andreas Brück)

Die Schlammschlacht von Bielstein

TOFFBLOG - Sa, 16.06.2012

Bielstein / Wiehl (Nordrhein-Westfalen) - Brauerei Open Air
mit Dreamer, Brothers in Arms & Dirty Deeds
Kaum auf der Autobahn, beginnt der Himmel zu weinen. Und hört nicht mehr auf, bis wir gegen zehn Uhr abends die Heimreise antreten. Es regnet ununterbrochen Bindfäden, Sturzbäche und Mistgabeln - nicht auszudenken, was für ein schönes Festival das bei Sonnenschein hätte werden können. Aber wir sind schließlich in Deutschland. Genauer: im Bergischen Land, zwischen Köln und Olpe, grob geschätzt. Im Gegensatz zu Bad Berleburg ist die Anfahrt zum und das Festivalgelände daselbst eine Blaupause für militärische Logistik: streng abgeschotteter Backstage-Bereich mit eigener Sprinter-Parkzone, Access-All-Areas-Pässen (immer schön am Mann tragen, Rainer!), Bühnenladerampe, Cateringzelt und Kölschtränke. Eine perfekte Organisation der Erzquell Brauerei Bielstein. Mit eifriger Security. Etwas übereifrig vielleicht - unsere Münsteraner und Schriesheimer Freunde, die viele Kilometer gefahren sind, um mit uns vorm und beim Konzert zusammenzusein, werden vom schroffen Security-Personal des Geländes verwiesen, "weil noch kein offizieller Einlaß sei". Alle Proteste prallen ab, hier wird professionell gearbeitet. Es regnet und regnet, aber Schirme sind verboten. Stattdessen gibt es an der Kasse Regenponchos, 2 € das Stück. Unterstände oder (Gott bewahr) Sonnenschirme sucht man vergeblich. Es regnet ohn' Unterlaß, erwähnte ich das bereits? Bye-bye englischer Rasen: innert kürzester Zeit verwandelt sich das saftige Wiesengrün in braune Pampe, knietiefes Woodstock-Feeling, much too much Matsch. Dabei ist das Gelände ein Traum: die riesige Bühne erhöht auf einer Böschung, der Platz davor gesäumt vom Flußbett der Wiehl, alles im Grünen, das nicht lange grün bleiben wird. 3.700 Zuschauer kommen, das ist die offizielle Zahl des Abends. Nebenbei die größte Menschenmenge, für die unsere Superschlampen bislang gespielt haben. Auch rekordverdächtig unsere Stagetime: bereits um 18:30 entern wir die Bühne, viele Studenten schlafen da noch, trotzdem ist der Platz prall gefüllt und die Fans aus dem Bergischen, die zwei Jahre auf eine Neuauflage des Brauerei-Open Air warten mußten, gehen sofort begeistert mit. Das ist ein fantastischer Anblick von der Bühne aus, dort oben auf dem Hügel. Hier bin ich Bassist, hier will ich sein! Unser 75-minütiges Kurz-und-fast-nur-Hits-Programm kommt vom Fleck weg gut an, die Zeit verfliegt, der Regen nieselt störrisch weiter, setzt nur bei It's Raining Again kurz aus (alter Witz). MM spielt im Intro von Bloody Well Right Noten, die wir noch nie zuvor gehört haben.
Die schönste Anekdote: nach altem Brauch gehen Rainer und Daniel, die Dreamer-Doppelspitze, bei Crime of the Century von der Bühne ins Publikum ab. Während die Bääänd das instrumentale Scharmützel zu Ende bringt, hat Rainer nach dem Bad in der Menge Probleme, hinter die Bühne zurückzukehren:

Security: "Backstage-Ausweis bitte!"
Rainer: "Oh, den hab' ich vergessen, ich bin aber der Sänger der Band da auf der Bühne, ich war gerade noch da drauf!"
Security: "Ja, ich weiß, ich habe Sie ja dort gesehen, aber ohne Ausweis darf ich Sie nicht durchlassen..."
Rainer: "Ja, aber wenn Sie doch wissen, daß ich der Sänger bin, können Sie mich doch durchlassen..."
Security: "Nee, ohne Ausweis darf ich niemanden durchlassen..."
Rainer: "Ja, aber der Ausweis ist hinter der Bühne im Zelt."
Security: "Nee, da darf ich Sie aber nicht durchlassen ohne Ausweis..."
Rainer: "Ja, aber Sie wissen doch, daß ich der Sänger bin, Sie haben mich doch gesehen, da auf der Bühne..."
Security: "Nee, trotzdem, ohne Ausweis geht das nicht..."
- worauf Rainer im Weglaufen ruft: "Nächstes Jahr steck ich den ein, versprochen!!!"
(O-Ton für die Nachwelt überliefert von Daniel)

Irgendwie hat er es doch noch geschafft, zur Zugabe Cannonball wieder auf der Bühne zu sein ;-)
Wir treffen endlich die Brothers in Arms - einer der schönen Nebeneffekte dieses Festivals. Seit Jahren spielen wir kreuz und quer im Lande in den gleichen Clubs, an den gleichen Bahnhöfen - nur begegnet sind wir uns noch nie. Nette Jungs, tolle Musiker, see you soon on Telegraph Road.
Auf der Heimfahrt hat die Sonne, das alte Arschloch, die Unverfrorenheit und bricht strahlend durch die Wolkendecke durch, unsere nassen Gliedmaßen verhöhnend. Keine Chance, denn dieser Tag wird in die Dreamer-Annalen eingehen als "die Schlammschlacht von Bielstein".

-> Kölnische Rundschau vom 18.06.2012 [163 KB]
-> tolle Bilder vom Brauerei Open Air 2012 auf www.bielstein.de
-> Bericht vom Brauerei Open Air auf www.oberberg-aktuell.de

DREAMER-Catering-Tabelle - begehrt .... bewährt .... berüchtigt

Im Gastspielvertrag der Band DREAMER steht unter dem Paragraph CATERING der legendäre Satz "Die Verpflegung ist ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung. Die Vorliebe der Band für Schnitzel aller Art ist zu berücksichtigen".
Daß sich manche Veranstalter besonders ins Zeug legen, um Punkte zu sammeln (von max. 20, die jedes Bandmitglied vergeben kann), muß nicht zwangsläufig mit dem gewissenhaften Studium unseres Gastspielvertrages zusammenhängen ;-)

TOFFBLOG - Sa, 12.05.2012

Bad Berleburg (Nordrhein-Westfalen) - "Rock am Platz"
Allmählich wird mir wieder wärmer...
Das kommt davon, wenn man an den Eisheiligen im Rothaargebirge in der Nähe von Orten wie Winterberg oder Niederwetter draussen im Freien spielt. Ich darf mal Stefans Formulierung übernehmen: "der 43. Gig war der kälteste in der Dreamer Historie". Und der Weg dorthin der mithin abenteuerlichste. Das eigensinnige Navi lotst unseren Tourbus ab Marburg streckenweise über Feld-, Wald- und Wiesenwege durch das Wittgensteiner Unterholz, so daß wir ständig den Gefahren ausgesetzt sind, gähnende Abhänge hinabzurutschen oder von einheimischen Kannibalen aufgefressen zu werden, bis wir nach 3 1/2 Stunden Fahrt unerwarteterweise doch noch den Berleburger Schützenplatz erreichen - ein fußballfeldgroßes Areal mitten im Wald hoch über dem Kurort, wo man ungestört fürchterlichen Lärm erzeugen darf.
Noch zu Beginn des Soundchecks ist unklar, ob DREAMER heute mit oder ohne Keyboarder spielen: Stefan verpasst unverschuldet den Anschlusszug aus Mönchengladbach, und MM - auf der Rückreise von Griechenland - simst unterwegs, sein Flug nach Stuttgart sei von Palästinensern entführt worden. Gnade den Kidnappern, sollte das wirklich mal passieren...
Sie sind ein besonderes Völkchen, diese Wittgensteiner. Als ich anmerke, sie hätten ein rauhes Klima hier im Sauerland, spiele ich mit meinem Leben. Regel 1: sage niemals Sauerländer zu einem Wittgensteiner... NIEMALS! Regel 2: zieh dich warm an! Und vertraue nicht darauf, daß die Lichtanlage für erträgliche Temperaturen auf der Bühne sorgen wird, denn die beschissenen LED-Kannen erzeugen alles - außer Wärme. Aber wir Südwestdeutschen mit gefühlt 10 Grad höherer Jahresdurchschnittstemperatur sind da womöglich etwas empfindlicher als der robustere Menschenschlag aus Siegen-Wittgenstein.
Der umtriebige Vorstand des Schützenvereins (eine traditionsträchtige Institution, die man insbesondere auch bei den geliebten Nachbarn im Sauerland pflegt) veranstaltet zum zweiten Mal das Open Air-Festival ROCK AM PLATZ und hat uns quasi als "Vorprogramm" für die Wormser AC/DC-Tributeband HOLE FULL OF LOVE engagiert. Und beweist Gespür für besondere Anlässe: um Zuschauerschwund entgegenzuwirken, wird das DFB-Pokalfinale zwischen Dortmund und den Bayern live auf einer bühnennahen Videoleinwand übertragen - optisch und zeitlich parallel zum DREAMER-Auftritt. Was zu kuriosen Synergieeffekten führt: Viele der Zuschauer verfolgen die bewegten Bilder aus dem Berliner Olympiastadium, bewegen sich dazu im Rhythmus unserer Musik und singen Supertramp-Texte mit, während Kloppos schwarz-gelbe Wirbelwinde die Bayern zerlegen. Das führt sogar auf der Bühne zu choreografischen Besonderheiten (sprich: Jubelposen!), denn wir haben allerbeste Sicht auf die Großbildwand.
Von den 500 Besuchern wagen sich leider nur gut zwei Dutzend direkt vor die Bühne, um mit uns Supertramp-Party zu feiern. Und die Eisheiligen tuen ihr übriges, um unsere Stimmung nicht auf den Siedepunkt zu bringen: nach dem herrlichen Frühlingswetter des Vortages gibt es heute einen Temperatursturz, auf der Bühne herrschen max. 5 Grad, die Nebelmaschine stinkt gegen unseren eigenen Atem sichtbar ab, es fehlt nur noch der Bodenfrost. Die Keyboarder (die es doch noch hierher geschafft haben) fluchen bei jedem Seitenwechsel, daß ihnen gleich die Finger abfallen, Daniels unterkühlte Beinmuskulatur beschert ihm einen dauerhaften Wadenkrampf, Didier neben mir wärmt bei jeder sich bietenden Gelegenheit seine Eierschneiderflossen. Zwecklos. Eiszeit in Wittgenstein. "Auch die Supertramp-Coverband "Dreamer" fand Gefallen an der Feierlaune der Wittgensteiner" wird die Presse schreiben. Aber statt einer Zugabe wollen die Fans lieber AC/DC. Ein weder frust- noch frostfreier Abend für die Superschlampen, die gegen halb 12 nachts die lange Heimreise antreten, während auf der Bühne die Hölle bellt...

Bad Berleburg-Fotos (mit DREAMER)

Rock am Platz - Bus, Band, Bühne und Bildwand in Bad Berleburg (Foto: Toff)

TOFFBLOG - Sa, 14.04.2012

Siegburg (Nordrhein-Westfalen) - KUBANA
Das erste Open Air auf dem Püttlinger Bahnhof nannte ich einmal "die Mutter aller Konzerte". Willofs 2009, Siegburg 2011 oder jüngst das Saarbrücker Bel Etage-Gastspiel stehen dem in nichts nach. So gesehen ist der diesjährige Gig im Kubana-Club die "Schwiegermutter aller Konzerte".
Bereits im dritten Jahr in Folge gastieren wir in dieser Kirche des Heiligen Rocks - vor über 200 begeisterten Zuschauern bis weit nach Mitternacht bringt jeder aus dem DREAM-TEAM 110% Einsatz auf der Bühne. Nur unser Schallwellendompteur ist der einzige, der auch 110% LEISTUNG abruft. Wir bitten daher alle im Saal, sich mal kurz um 180° zu drehen und ihm zuzuprosten - Ähre wem Ähre gebührt. Denn die Wallfahrt hat kaum begonnen, da versucht die Bääänd bereits, Blechis Glauben an den Heiligen Rock zu erschüttern.
Wenn du (nur so als Beispiel) auf deinem Bass beim Grundton daneben haust und dich irgendwie ins Harmoniegeschehen zurück riffst - wiederhole das Ganze vier Takte später, und es es klingt gewollt. Dieser Uralttrick muß an diesem Abend ab und an herhalten, doch das wundervolle, von Beginn an mitgehende Publikum verzeiht uns jeden Schnitzer, jede an FreeJazz gemahnende Paralleltonartverfehlung und honoriert mindestens drei verkorkste Intros liebevoll als Running Gag.
Ja, liebe Freunde - auch DAS muß man sich erarbeiten!
Die kubanische Bühnentechnik stimmt, das Catering ist schlichtweg großartig, die Bühne ist geräumiger als in den Vorjahren, was mutmaßlich von einem verkleinerten Schlagzeugpodest herrührt. Das wird kommende Woche nicht funktionieren, wenn hier Drummer-Titan Carl Palmer die Bühne perkussiv übervölkern wird. Noch ein Held meiner frühen Jugend, der hier backstage das gleiche Urinal benutzt wie Toff von den Superschlampen. Ein Gedanke, der sich auf der sonntäglichen Heimreise nicht ganz abschütteln läßt...

DREAMER live im Kubana - der dritte Trip nach Siegburg (Fotos: Kubana, Montage: Toff)

TOFFBLOG - Fr, 23.03.2012

Saarbrücken (Saarland) - Bel Étage, Spielbank Saarbrücken
Die 9 Superschlampen hat es während der vergangenen drei Jahre schon in entlegenste Ecken der Republik verschlagen, aber die am schwersten einzunehmende Bastion scheint nach wie vor das heimatliche Saarland zu sein.
Während wir in Wiesbaden, im Sauerland oder in der bayrischen Provinz die Feste zum Brodeln brachten, bestätigt sich hierzu(saar)lande immer noch der schnöde Spruch von den Propheten im eigenen Lande: kein einziger Stadtfest-Organisator, der 2012 die Chuzpe hätte, eine DREAMER-Bewerbung anzunehmen. KEIN EINZIGER. Dann lieber die Top-40-Bands von der Stange, die niemandem weh tun.
Ganz anders Herr Bruch, seines Zeichens Geschäftsführer der Bel Étage in der Saarbrücker Spielbank: bereits zum zweiten Mal "wagt" er es, DREAMER - eine reine Tribute-Band - einzuladen, mit Erfolg. Und dieser ist hart erarbeitet (nicht zuletzt durch dreijähriges Training): Kartenverlosungen, massive Werbung in der heimatlichen Presse, Daniels Interview bei SR1 Europawelle Saar, die tatsächlich unsere Live-Version von LOGICAL SONG komplett spielen! Das alles mobilisiert über 250 Zuschauer, fast doppelt soviele wie im Vorjahr, und kein einziger geht unglücklich nach Hause. Vom völlig entspannten Soundcheck mit Gala-Blick über den erblühenden Deutsch-Französischen Garten (über die einmaligen Vorzüge dieser Location habe ich bereits vor einem Jahr öffentlich geschwärmt), dem vorzüglichen Essen im Restaurant der Spielbank, dem dreistündigen Konzert mit Videoshow und einem Sahnesound mit PERFEKTER Dynamik und Ausgewogenheit (Blechi, du göttlicher Silver Surfer der Schallwellen!!!), der notorischen Spielfreude der acht Freunde auf der vergrößerten (!) Bühne bis hin zum schlichtweg famosen Publikum, das mehrmals förmlich von den Stühlen gerissen wird und sich nach der FOOL'S OVERTURE auch für stehende Ovationen nicht zu schade ist - all das trägt dazu bei, diesen Abend mit dem Etikett "das perfekte Konzerterlebnis" zu versehen.
Dabei steht dieses Konzert auf der Kippe wie kein DREAMER-Gig zuvor. Wir haben schon mit gebrochenen Rippen, verdorbenen Mägen, frisch operierten Nabelbrüchen und abgerissenen Bändern gespielt, aber Rainers Herzinfarkt ist eine neue Dimension des Grauens. Vierzehn Tage vor dem Gig zieht sich unser bühnenakrobatischer Unruheherd einen Vorderwandinfarkt zu - und schafft es doch, bis zum Konzert wieder auf den Beinen zu sein. Wir haben ihm alle Optionen offengehalten, bis hin zur Absage. Nur Abnippeln wurde kathegorisch abgelehnt. Daß Rainer mit seinem Einsatz zum Gelingen dieses unvergesslichen Abends maßgeblich beitragen kann, grenzt an ein Wunder. Und die gibt es bekanntlich laut Katja Ebstein immer wieder. Ihr Plakat hängt an diesem Tag in der Bel Étage direkt neben unserem.

TOFFBLOG - Sa, 21.01.2012

Langenhahn (Westerwald / RLP) - 2. Elbachtal-Rock-Festival
Der Westerwald ist trotz seiner vielbesungenen Schönheit eher eine Gegend, über dessen Höhen der Wind so kalt pfeift - kein Vergleich zu manch sonnenverwöhnter Bilderbuch-Landschaft. Klimatisch geht es rauher zu als sagen wir mal im Breisgau. Wenn es schneit, dann vermutlich hier zuerst. Den Westerwälder - im Volksmund „Wäller“ genannt - bringt so schnell nichts aus der Ruhe, die Natur hat ihn widerstandsfähig gemacht. Nur so ist das folgende Zitat zu erklären, das uns in der Pause zwischen zwei fulminanten Sets ereilt: "So eine leise Band sind wir hier gar nicht gewohnt."
Dabei veranstalten wir auf dem 40. Dreamer-Gig wieder unseren üblichen Höllenlärm, feiern das Jubiläum auf dem 2. Elbachtal-Rock-Festival, das von den engagierten Dirk und Jutta Stahl erdnah organisiert wird. Ihr Team nimmt uns herzlich auf, das Publikum ebenso, gut 350 Wäller kommen trotz widriger Wetterverhältnisse und füllen die große Sporthalle zu gut zwei Drittel. Die Bühne ist formidabel, reichlich Platz zum Austoben, nicht nur für uns: als "Support" heizt die heimische "BrucherBluesBand" ein und bringt den Saal auf Betriebstemperatur. Um 20 vor 10 ist Dreamer-Stagetime, das erste Set läuft wie geschmiert, endlich wieder live spielen! In der Pause besucht uns Dirk Stahl in der Umkleide, mit einem Eimer Elektrolyten (Hachenburger Pils) und der Bitte, das Programm noch etwas zu verlängern, die Zuschauer seien restlos begeistert. Der Westerwälder gilt gemeinhin als geradeaus und ehrlich. Wir proben spontan vor seinen Augen "Two of us" und "Give a little bit", Didiers neue Taylor 12-String macht klangmäßig meine Mandoline fortan überflüssig. Es fogen wie im Flug das verlängerte zweite Set, die ellenlange Zugabe, Schlußapplaus, Bühnenabbau, Tourbusbeladung, eine fast dreistündige Nachtfahrt mit Entladung am Proberaum, gegen viertel nach fünf sind wir wieder bei unseren geliebten Frauen. In unseren Herzen Heimatklänge... oh, du schöner Westerwald...

www.elbbach-rock.de

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Ulrike Preis - Freie Journalistin, Willmenrod
www.waeller-journal.de


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