Crowded House - 18.10.07 Live Music Hall Köln

Die Konzertkritik von Benjamin
Nach 7 Liedern wurde die Supportband Cherry Ghost von der mehr als gut gefüllten Live Music Hall in Köln warm verabschiedet. Wahrscheinlich haben sich die meisten mehr erhofft, die 5 Mannen aus England waren (technisch) gut, der Funke sprang aber nicht über. Vielleicht war die Freude auf den Hauptact aber zu gross. Nach 5 vorherigen Neil Finn Konzerten (zwischen den Jahren 1998 und 2005) in unterschiedlichster Besetzung (Solo akustik, Solo mit Band, Finn Bros.) war dies nun mein erstes Konzert unter dem Titel "Crowded House". Nach der langen US Tour und Konzerten in Skandinavien, Holland, Spanien, Österreich und der Schweiz stoppte die Gruppe nun 4 mal in Deutschland, um dann nach zwei Konzerten in Belgien und Frankreich ihre Welttour in Neuseeland, Australien und England nach 6 langen Monaten zu beenden. Erste Überraschung: neben Neil Finn, Mark Hart, Nick Seymour und Matt Sherrod spielte nicht Liam und oder Elroy Finn den 5. Mann (Gitarre), sondern Davey Lane. Nach Recherche habe ich herausgefunden, daß er Australier ist (man kennt sich also) und zudem Mitglied von You Am Is, die damals 1996 Vorvorgruppe beim Abschiedskonzert in Sydney waren. Die Stimmung in der Halle war gut, nach Beginn mit Even a child von der neuen Platte Time on earth gab es mit World where you live den ersten Klassiker zum mitsingen und alles war perfekt. Wie auf der Platte spielte die Band mit Say that again das erste Riesenhighlight, ein Klallersong, der mir immer besser gefällt und nach meinem Empfinden viele Strukturen aus Neils Solozeit geerbt hat. Mit folgendem neuem und altem Material setzten Crowded House ihr Köln-Konzert fort: Fall at your feet, Heaven that I`m making, Walked her way down, When you come, Love you till the day I die, Pour Le Monde, Hole in the river, Don´t Dream It´s Over, In My Command, Don´t stop now, Distant sun, Weather With You, In the lowlands, It´s only natural, Fingers of love, She goes on, Better Be home soon. Hole in the river glänzte einmal mehr als einer der besten Songs aus ihrem Backkatalog, ein Lied mit unglaublicher Spannung und Wendung. Love you till the day I day aus dem Debutalbum kam mehr als fetzig und rockig daher, während bei In the lowloads von der 2. Platte Temple of low men und She goes on (von Woodface) Nick Seymour am alten Akustikbass auftrumpfte, der an diesem Abend wohl sein 100. Bühnenjubiläum hatte. Persönlich kam meine "Befriedigung" bei Fingers of love (von Together Alone), lange habe ich darauf gewartet Mark Hart bei diesem Song die 12-seitige E-Gitarre spielen zu sehen, unvergesslich. Obwohl die Band an diesem Abend wohl nicht den höchsten Stand ihre Laune erreichte (kann man ihnen das bei einer solch langen Tour verübeln?), gab es durchaus desöfteren etwas zu lachen: Neil forderte nach und nach seine Mannen auf, ihren ersten Song zu spielen, den sie gerlernt haben. Dies waren (Quelle: Jöbbe und F.O.T.E. Forum): My Boy Lollipop (Neil), Nick (was von Bert Kämpfert (alles hat mitgesungen)), Pinball Wizard (Davey), Hang On Sloopy (Mark - warum hat er nicht mehr gesungen?) und In the city (Matt). Kritisch muss man einmal mehr bei der Live Music Hall die schlechte Belüftung erwähnen und natürlich die sympathische Arbeit der Security, die in gewohnt schnellem Tempo nicht nur die Fans aus der Halle warfen, sondern damit auch den Merchandise Stand leerfegten und uns ganz am Ende noch Wolfgang Niedecken vor die Füsse spülten. Die Möglichkeit ein paar Autogramme zu erhaschen hatte sich damit schnell erledigt.
Für den ersten Spass des Abends sorgte Iris, die beim Eintreten in die schlechte beleuchtet Halle Matt Sherrod in die Arm lief und ihn nicht erkannte. Nun gut, es war wie gesagt dunkel... :-) Grandios das für 15 Euro erstande Tourprogramm, einmal mehr ein tolles Programmheftchen aus dem Hause Finn / CH mit vielen schönen Bildern und interessanten Berichten. Danke an Iris, Jöbbe, Gabi und Nicole für´s Dabeisein an diesem unvergesslichen Konzertabend.

(Benjamin Bohm, 10/07)