Derek Trucks Band - 24.10.2007 Garage Saarbrücken

Erics Konzertrückblick

Ich konnte es kaum glauben, als ich die Ankündigung las: Derek Trucks spielt in SB, dazu noch sein einziges Deutschlandkonzert (Halt!, einen Tag später spielte er beim Hessischen Rundfunk im Rahmen eines Jazz (!?) Festivals). Angenehm die Rahmenbedingungen: die Vorgruppe fiel aus, die Halle wohlwollend geschätzt dreiviertel voll (mit genügend Bewegungsfreiheit) und angenehm ventiliert.
Leider unvermeidbar ist mittlerweile bei solchen Anlässen wohl die Anwesenheit von Udo Oster. Trotzdem war es ein prima Konzert, mit einer glänzend aufgelegten Band: neben dem zurückhaltend und schüchtern wirkenden Trucks, der sich auf eine einzige Gitarre beschränkte, noch ein famoser Mike Mattison (hallo Manuel !) mit Reibeisen-Stimme und Afro-Look, Todd Smallie (der Name war Programm) am Bass, Tonrico Scott am Schlagzeug (schwarzes Energiebündel mit tollem Animationsprogramm), Kofi Burbridge an Hammond, Wurlitzer, Clavinet sowie Querflöte (Leo, wo warst du ?) und der stoische Count M'Butu am Percussion. Diese Band spielt seit vielen Jahren zusammen, und das merkte man während der knapp zwei Stunden. Insgesamt waren die Songs viel kompakter (mit einer Ausnahme) als z.B. auf der Live Platte "...at Georgia Theatre", wo es nur so wimmelt von 10- bis 15-Minütern. Viel Rhythm'n'blues, Blues, Soul, von allem etwas und von keinem zu wenig oder gar zu viel. Höhepunkt des Konzerts war zweifelsohne die gut viertelstündige Version des Jazz-Klassikers "my favorite things" von Rogers/Hammerstein, dessen Version von John Coltrane Anfang der 60er die bekannteste ist. Getragen von einem beswingten Rhythmus schaffte es Trucks, von der Melodielinie total abzuschweifen und in eine wilde Improvisation zu mäandern um dann wieder ruhig auf den Ausgangspunkt zurückzukehren. Dazwischen melkte Burbridge auch noch für ein Solo seine Querflöte, dass Ian Anderson rot geworden wäre. Beeindruckend ! Leider gab es nur eine Zugabe, da hätte etwas mehr kommen können. Nach dem Konzert schrieb der sympathische Südstaatler in bemerkenswerter Ruhe Autogramme und bedankte sich bei jedem, der eins wollte. Enden will ich mit einem Zitat vom Fatscher Michel, auf meine Feststellung hin, dass ich wusste, dass er auch zu diesem Konzert kommen würde: " Ei wenn schon mol die Allmänn-Brathers in da Stadt sinn...."

(Eric Brill, 10/07)