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So, 31.10.2010, den Atelier, Luxemburg

Popsynthese und Synthiepop

Kaum eine Stunde dauert der Zauber. Früher hätten wir den obligatorischen Sport zelebriert, gegen das drohende Saallicht rhythmisch angeklatscht, die Band energisch aus dem Backstagebereich zurückgejohlt. Bei HURTS (die ihren Namen nachweislich NICHT auf Hape Kerkeling zurückführen) macht das intuitiv niemand. Warum? "Es paßt ins Konzept", es ist "absolut okay". Ich bin hingerissen und hergezerrt. Meine seit über 30 Jahren geschulte Rockkonzertguerillaseele schreit "Verrat", meine durch eine Stunde Hurts-Show (zzgl. Support-Act) angenehm stimulierten Synapsen surren ein laszives "scheiß drauf".
Es IST okay, was die Band, besser: das Konzept Hurts auf die Clubbühne des Ateliers projeziert: kühles Design, sophisticated, unnahbar und doch irgendwo sympathisch. Der Strauß weiße Rosen, der nach und nach ins Publikum fliegt, ist das Bindeglied der Künstler aus Manchester zur profanen Welt. Theo Hutchcraft (voc) und Adam Anderson (p, g) beherrschen die vordere Bühne, die Begleitmusiker - ein Sänger, ein Drummer, ein zweiter Keyboarder, allesamt exzellent, aber ungenannt - bilden statisch die zweite Reihe. Musikalisch und optisch geht die Reise in die 80er Jahre, wir hören nichts eigentlich Neues, aber das gut geölt und mit echten Melodien galore bestückt. Das Debüt "Happiness" hat Substanz. Zumindest für eine Stunde. Eine gute Stunde.