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23.05.2008, ROXY, Saarbrücken

1991 blieben Brad und Jeff Dope auf einer Campingreise in Deutschland hängen und zelebrieren seitdem den denkbar ökonomischsten Alternative-Rock des Universums, seit 1995 mit dem Berliner Sebastian Meyer on drums als Trio und mit hartnäckiger Konstanz immer wieder auch im Saarland vorbeischauend, so auch heuer im proppenvollen ROXY-Kulttempel an der Brebacher Landstraße.
Was zum Geier ist das Faszinosum dieser Band, in deren kompakten Songs selten ein dritter oder gar vierter Akkord bemüht wird? Geradewohl ökonomisch auch die stoische Performance - nahezu bewegungslos agieren die Dope-Brothers, die Anzüge sitzen perfekt von der ersten bis zur 140. sten Konzertminute - das ist Anti-Rock'n'Roll, Anti-Stardom. Sound-Feinschmecker kommen bei POTHEAD nicht auf ihre Kosten - ihr Repertoire könnte man böszüngig als einförmig und schmucklos bezeichnen.
Und doch - gerade bei den ultralangsamen, drögen und doch hochdramatischen Highlights wie "Indian Song" oder "I'm a sinner too", wenn ein sprichwörtlicher indianischer Geist durch und über den Liedern schwebt, genau dann ist dieses Trio einfach unwiderstehlich! Und - das sollte nicht verschwiegen werden - Brad ist einfach ein begnadeter Sänger, als Tief- oder Hochtöner gleichermaßen überzeugend.
Was ein POTHEAD-Konzert aber fast zur Farce werden läßt, ist das praktizierte RAUCHVERBOT im Roxy. Sic !!! Demzufoge hatten die Pausen zwischen Konzert und Zugaben - auch nicht zufällig - exakt die Länge eines Joints. Und gegen Ende des langen Konzertes bekamen - welch Höchstmaß an Performance - die Dope-Brüder das Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht ;-)