Fr, 18.04.2014 den Atelier, Luxemburg

The Devil Takes Care of His Own (Foto: Toff)

Was ist das doch für eine fantastische kleine Liveband - Emma, Russel und Matt von der Southhamptoner Band of Skulls, die bereits seit dem College zusammen Musik machen. Das daraus erwachsene blinde Verständnis sieht und hört man in jeder Phase dieses Clubgigs im gut zur Hälfte gefüllten Luxemburger Atelier. Natürlich ist Bassistin Emma Richardson mit ihrer zurückhaltenden, schlacksigen Eleganz der Blickfang neben ihren beiden zotteligen Mitstreitern, aber musikalisch ziehen alle am gleichen Strang und präsentieren einen fulminanten Mix aus den drei bislang veröffentlichten Studioalben: das brandneue Himalayan wird fast komplett zelebriert - und kommt live durch die Reduzierung auf drei Instrumente wesentlich direkter und zupackender daher als das etwas überproduzierte und -komprimierte Album; das Debüt Baby Darling Doll Face Honey ist ebenfalls stark vertreten, nur Sweet Sour - mein persönliches Highlight des Jahres 2012 - wird etwas stiefmütterlich bespielt. Man kann nicht alles haben an diesem Abend, aber davon reichlich.

I Feel Like Ten Men, Nine Dead & One Dying (Foto: Toff)

Das größte Pfund des britischen Trios, das so gar nicht britisch, sondern viel mehr nach amerikanischem Garagenrock klingt, ist der hochmelodische zweistimmige Gesang von Emma Richardson und Russel Marsden, dessen Gitarrenarbeit sparsame Brillanz mit wohl dosierten Effekten vereint, in Tateinheit mit einem Zusammenspiel, dessen Dynamik keine Wünsche und viele Münder offen läßt: wie sie ihre Dreieinhalb-Minuten-Songs immer wieder gewitzt ausbremsen und mit einfachen Mitteln dramaturgische Haken zu schlagen vermögen, das hat schon fast etwas traumwandlerisches.
Das ist natürlich auch der Verdienst von Drummer Matt Hayward, der selbst Marsden an Zottelbärtigkeit weit hinter sich läßt: nicht selten würzen die drei ihre Songs mit Passagen, die völlig aus dem Tempo herausfallen, und die Inbrunst, mit der sie das live machen, legt die Vermutung nahe, daß sie tierischen Spaß dabei haben - auch wenn man es ihnen vor lauter Konzentration nicht immer ansieht.
Wenn die Band mit dem allzu furchterregenden und schrecklich irreführenden Namen weiterhin Songs wie Nightmares oder Asleep At The Wheel aus dem Ärmel schüttelt, werden wir ihr vermutlich nicht mehr allzu lange so nahe kommen können wie an diesem Abend.

Asleep At The Wheel (Foto: Toff)

You're Not Pretty But You Got it Goin' On (Foto: Toff)

Sweet Sour (Foto: Toff)

Nothing's gonna save you from the 666 (Foto: Toff)